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Schwangere Teenager: Beratungsstellen stehen Mädchen auf verschiedenen Wegen zur Seite

„Wie sag ich das jetzt bloß meinen Eltern?“

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Autor:

Manja Greß

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger! Diese Nachricht, übermittelt von einem Arzt, sorgt bei erwachsenen Frauen meist für Glücksgefühle. Für eine 16-Jährige bedeutet so ein Satz aber nichts weniger als den absoluten Super-GAU, dicht gefolgt von der Erkenntnis: Ab jetzt wird alles anders. Allein schon die Vorstellung, ein Kind zu bekommen, löst bei jungen Frauen Panik aus. Wie soll ich das schaffen? Wer hilft mir? Und vor allem: Wie sag ich’s meinen Eltern?

Jedes Jahr werden laut Pro Familia in Deutschland 13 000 Mädchen unter 18 Jahren schwanger. Etwa 6000 von ihnen tragen ihr Kind aus. Ohne umfangreiche Hilfsangebote und viel Organisationstalent sei die Doppelbelastung mit Schule und Kind aber kaum zu schaffen, sagt Julia Jakob von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln. „Wer ein Kind hat, ist nicht mehr nur für sich selbst, sondern auch für ein Baby verantwortlich.“ Ein Kind könne zwar eine große Bereicherung für das eigene Leben sein, koste aber auch viel Zeit und Energie.

Wichtig sei, sich möglichst genaue Vorstellungen darüber zu machen, wie das Leben mit Kind aussehen könnte und wo es Hilfe gibt, sagt Jakob. „Daher sollten sich junge Mädchen, die gerade erfahren haben, dass sie schwanger sind, so früh wie möglich an eine Beratungsstelle oder das Jugendamt wenden“, rät Jutta Stiehler, Leiterin des Dr.-Sommer-Teams der Zeitschrift „Bravo“ in München. Dort bekämen sie alle wichtigen Informationen. „Zum Beispiel erfahren sie, was zu tun ist, um Unterhaltszahlungen des Vaters zu bekommen, was ihnen an staatlichen Hilfen zusteht und wo das Geld beantragt werden kann“, erklärt die Pädagogin.

Bei der Suche nach einem Platz im Mutter-Kind-Heim kann das Jugendamt mit Adressen weiterhelfen. „Mädchen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen, sollten sich möglichst früh zu einem Beratungsgespräch anmelden“, rät Jakob. Ein Abbruch sei unter bestimmten Bedingungen nur bis zur 12. Schwangerschaftswoche straffrei. Eine Beratung sei in diesem Fall verpflichtend, stellt sie klar.

Doch vorher steht bei den meisten Mädchen ein klärendes Gespräch mit den Eltern an. Davor haben viele Angst. „Vermutlich werden die Eltern nicht erfreut sein, sondern eher erschrecken oder mit Unverständnis reagieren“, sagt Stiehler. Wichtig sei, den passenden Zeitpunkt für solch ein wichtiges Gespräch zu wählen, sagt der Kommunikationstrainer Karsten Noack aus Berlin. Es sollte ein Moment sein, in dem eine möglichst vertraute Stimmung herrscht. „Also besser nicht nebenbei beim Einkaufen“, erklärt er. „Das Mädchen sollte während des Gesprächs beschreiben, wie es ihm geht und was es sich von den Eltern erhofft. Man kann die Eltern bitten, einem in dieser Situation beizustehen und Mut zu machen.“ Belehrungen sollten Jugendliche zunächst versuchen auszuhalten. Manche Erwachsene müssten erst das „Wie konntest du nur?“ loswerden, um dann das eigene Kind in den Arm zu nehmen, so Noack. Wer sich allein nicht traue, könne sich für das Gespräch mit den Eltern Hilfe holen, sagt Stiehler. „Der Vater des Babys ist genauso verantwortlich. Er kann einem bei dem Gespräch den Rücken stärken.“ Meistens gibt es in der Familie oder dem Freundeskreis Menschen, denen man sich anvertrauen mag. „Das kann die Oma sein oder die Mutter einer Freundin“, so Stiehler. Auch die Mitarbeiter von Beratungsstellen für schwangere Mädchen könnten beim Gespräch mit den Eltern dabei sein. Wichtig sei, mit vertrauten Menschen über die eigenen Gedanken und Gefühle zu sprechen und damit nicht allein zu bleiben, ergänzt Stiehler. Man sollte sich anhören, was sie zu sagen haben und sich dann seine eigene Meinung bilden. Letztlich gehe es aber darum, selbst eine Entscheidung zu treffen. „Auch die Eltern dürfen nichts erzwingen. Ein 16-jähriges Mädchen darf und kann allein entscheiden, ob es die Schwangerschaft austragen oder abbrechen will“, sagt Stiehler. Schwangere Mädchen haben verschiedene Möglichkeiten, sich beraten zu lassen. „Das Angebot reicht von der persönlichen über die telefonische bis hin zur E-Mail-Beratung“, sagt Julia Jakob von der BZgA. „Nur wer einen Schwangerschaftsabbruch erwägt, muss sich persönlich beraten und einen Beratungsschein ausstellen lassen.“ Über die Beratungsstellensuche der BZgA können die Mädchen gezielt nach Anlaufstellen in ihrer Nähe und nach Beratungsarten suchen.

Als Teenager schwanger: Für viele Mädchen ist dies der Super-GAU. Auch wenn das Gespräch mit den Eltern gefürchtet ist, sollten junge Frauen diese Situation nicht mit sich alleine ausmachen. Beratungsstellen können dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen.



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