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Was uns die Zeichen sagen wollen

Es ist das einzige Ereignis im Leben eines Menschen, das mit Sicherheit eintritt – und doch mag sich kaum jemand auf den eigenen Tod oder den eines Angehörigen vorbereiten.

Wenn es dann soweit ist, steht man oft ratlos vor der Situation. Vor allem die angemessene Begleitung des Sterbenden ist für viele eine heikle Frage. Dabei können die letzten Tage oder Wochen mit dem todkranken Menschen sehr wertvoll sein, wenn sie richtig gestaltet werden. „Viele Leute, die sich die Zeit genommen haben, erleben das als eine sehr intensive und reiche Erfahrung“, sagt Kerstin Lammer, Pfarrerin und Trauerforscherin.

Zum einen bietet sich die Gelegenheit, offene Fragen zu klären und wichtige Angelegenheiten zu regeln. „Wichtig ist aber auch ein Rückblick auf das Gute, das man gut miteinander geteilt hat.“ Zudem setzen sich Sterbebegleiter ganz neu mit dem eigenen Leben auseinander: „Jeder, der geht, belehrt uns ein wenig über uns selber“, sagte einst die Dichterin Hilde Domin.

Doch bis zu dieser Einsicht ist es ein weiter Weg, denn solange Menschen noch erträglich leben können, denken sie nicht an den Tod. Am Anfang gilt es, die Sprachlosigkeit zu überwinden. „Jeder weiß, was los ist, aber will es dem anderen nicht zumuten“, beschreibt Kerstin Lammer die Situation. Die Dinge sollten aber beim Namen genannt werden. Die Begleitung selbst kann unterschiedlich verlaufen. Es gilt, die eigenen Kräfte gut einzuteilen, Pausen einzulegen und sich mit anderen abzuwechseln. „Manche Angehörige sind Tage und Nächte da und verwahrlosen geradezu“, so die Seelsorgerin.

Dennoch kann die Aufgabe einer ständigen Begleitung kaum von Fremden übernommen werden: Statt wechselnder neuer Beziehungen bräuchten Sterbende eher Vertrauenspersonen um sich. Ferner muss gewährleistet sein, dass die Angehörigen wissen, wer bei der Pflege oder im Notfall helfen kann.




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