weather-image
Manchmal jagt schon bei Kindern ein Termin den nächsten / Experte rät: Eltern dürfen keinen Druck ausüben

So lässt sich Burn-out bei Jugendlichen vermeiden

270_008_5839129_pn5.jpg

Autor:

Doreen Fiedler

Kinder brauchen Zeit zum Entspannen. „Es gibt Schulen, in denen der Stundenplan wenig Rücksicht auf die Kinder nimmt. Dann sollten die Eltern sie nicht auch noch unter Leistungsdruck setzen, etwa beim Lernen eines Instruments“, sagte der Diplom-Psychologe Hermann Scheuerer-Englisch. Auch Mädchen und Jungen könnten schon ein Burn-out bekommen. „Manche Kinder haben innerlich keine Zeit mehr, sie empfinden das Leben als zu geordnet und überfrachtet.“ Für viele Kinder ist die Schule ein Vollzeitjob, sie widmen Unterricht und Hausaufgaben durchschnittlich 38,5 Stunden pro Woche.

Das ist nach Ansicht von Scheuerer-Englisch kein Problem, wenn die richtige Balance von Lernen und Entspannung in der Schule gefunden wird. „Die Zahl der Stunden ist nicht das Ausschlaggebende. Wichtig ist ein Schulkonzept, bei dem Stunden mit Bewegung, mit Kreativem und Musischem mit den harten Kernfächern verbunden werden.“ Das sei zum Beispiel bei vielen Ganztagsschulen der Fall.

Zum Weltkindertag hatten Unicef und das Deutsche Kinderhilfswerk 2000 Jungen und Mädchen nach ihrem Wochenplan gefragt. Bei der nicht repräsentativen Studie kam heraus, dass die befragten Mädchen 40 Wochenstunden und die Jungs 37 Wochenstunden für die Schule arbeiten. 18 Stunden pro Woche verbringen die Kinder mit ihren Eltern. An dritter Stelle steht „Chillen“, wozu Faulenzen, Tagträumen, Musik hören, Lesen oder Basteln gehören (15 Stunden). Fast genauso lange sitzen die Schüler vor Fernseher oder Computer. Oft orientieren sich die Kinder dabei an ihren Eltern. „Eltern, die lesen, Musik machen oder Sport treiben, haben eine sehr große Vorbildwirkung“, sagte Scheuerer-Englisch. Wann die Kinder aber was machen – dabei brauchen sie Hilfe. „Eltern sollten mit ihren Kindern planen, wann und in welcher Reihenfolge sie die Hausaufgaben machen. Die Aufgaben selbst aber können die Kinder alleine“, sagte Scheuerer-Englisch. Eine grundsätzliche Ordnung im Alltag der Kinder sei wichtig, dazu gehörten auch gemeinsame Mahlzeiten. „Aber Kinder brauchen auch Freizeit, in der sie einfach mal nichts tun.“



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt