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Familienbande

Die Tochter von Kurt H. lebt zwischenzeitlich in den USA, dort leben auch seine zwei Enkelkinder. Nachdem er und seine Frau in den Ruhestand gegangen sind, haben sie kurzzeitig darüber nachgedacht, zu ihrer Tochter zu ziehen. Doch einen alten Baum verpflanzt man nicht, wie ein Sprichwort sagt. Hinzu kommt auch noch die Sprachbarriere. Einfach sei es nicht, Tochter und Enkel nur ein Mal im Jahr zu sehen, so der 68-Jährige.

2011 las seine Frau in einer Zeitungsannonce von einer Familie im Ort, die eine Leihoma oder einen Leihopa für die zwei Kinder suche. Das haben sie als Chance gesehen, das Großeltern-Dasein doch noch zu leben. Jetzt gehen Sie ein bis zwei Mal pro Woche mit ihren Leihenkeln Felix und Lisa auf Tour, beobachten Vögel, gehen ins Kino oder auch mal Essen. Zwischenzeitlich seien die zwei weit mehr als Leihkinder und auch sie würden zwischenzeitlich Omi und Opi genannt, ergänzt Kurt H. mit einem Schmunzeln. In Zeiten, in denen die Welt ein Dorf geworden zu sein scheint, verändern sich zwangsläufig auch Familienstrukturen.

Da die natürlichen Familienbande oft weit zerstreut sind, liegt es nahe, sich Ersatzfamilien zu suchen, sei es als Leihgroßeltern, Leihpaten, in Wohngemeinschaften oder in Mehrgenerationenhäusern.

Das scheint für viele zunächst befremdlich, denn alles scheint möglich, aber nichts mehr echt und von Dauer. Das Schöne daran ist aber, dass keiner mehr allein sein muss, jeder vom Anderen lernt und dabei Verbindungen fürs Leben entstehen. lps/Jk.

Neue Wege zum Familienglück




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