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Hinterbliebene sind in dieser Frage oft überfordert – deshalb wird zu rechtzeitigem Gespräch geraten

Familie sollte den Wunsch einer Organspende kennen

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Autor:

Özlem Yilmazer

Hätte es meine Mutter gewollt, dass ihre Organe gespendet werden? Im Ernstfall stehen Verwandte oft allein mit dieser Frage da. Experten raten unbedingt dazu, früh in der Familie über das Thema zu sprechen.

Zwischen Trauer und Schock über den Tod eines nahen Verwandten läuft es vielen bei der Frage eiskalt den Rücken herunter: Wie war der Wille des Verstorbenen, wollte er seine Organe spenden? Damit Angehörige nicht überfordert oder hin- und hergerissen sind, wenn der Arzt danach fragt, sollte im Kreis der Familie möglichst früh darüber gesprochen werden. „Menschen tun sich bei dieser schwierigen Entscheidung leichter, wenn sie über den Willen des Verstorbenen Bescheid wissen“, sagt der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Organtransplantation, Günter Kirste. Nicht jeder bekunde seinen Wunsch schriftlich in einem Organspendeausweis.

Darüber zu sprechen, sei sehr wichtig, damit Verwandte mit der Entscheidung nicht alleine gelassen werden und dem Willen des Verstorbenen gerecht werden können. In die Gespräche könne man Kinder ruhig bereits ab 14 Jahren einbeziehen. „Wir machen viel Aufklärung in den Schulen. Jugendliche sind damit überhaupt nicht überfordert, sie reden viel unbefangener darüber“, sagt Kirste. Als gute Gelegenheit habe sich das gemeinsame Ansehen von TV-Sendungen zur Organspende erwiesen – im Anschluss könne über das Thema im Kreis der Familie gesprochen werden. In den meisten Fällen entscheiden Verwandte darüber, ob die Organe des Verstorbenen anderen Menschen zur Verfügung gestellt werden oder nicht. Oft führten Ängste und Bedenken bei Angehörigen zu einer Entscheidung gegen die Spende, sagt Kirste. In Deutschland warten etwa 12 000 Patienten auf eine Organtransplantation.

Im Einzelfall könne es Angehörigen helfen zu wissen, dass nicht unbedingt alle Organe gespendet werden müssen. „Viele Menschen haben zum Beispiel Hemmungen damit, die Hornhaut zu spenden, weil das Auge des Menschen anders aufgefasst wird“, erklärt Kirste. Wer einen Organspendeausweis ausfüllt, könne die Spende auch auf bestimmte Organe beschränken oder Ausnahmen benennen. Auch Angehörige, die vor dieser Entscheidung stünden, könnten bestimmte Organe von der Spende ausnehmen: „Das kann man alles ganz individuell machen.“



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