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Friedhofsgärtner starten im Frühjahr mit der ersten Wechselbepflanzung

Die Jahreszeiten der Erinnerung

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.“ Die Worte des deutschen Dichters Jean Paul treffen auch auf den Friedhof zu, wo Erinnerung das ganze Jahr über stets aufs Neue lebendig wird.

Im Frühjahr verwandelt sich der Friedhof unter den fleißigen Händen der Friedhofsgärtner in eine blühende Oase. Sie pflanzen Frühlingsboten wie Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Vergissmeinnicht, Hyazinthen und Narzissen auf die Gräber. Mit dieser ersten Wechselbepflanzung des Jahres setzen die Gärtner wirkungsvolle gestalterische Akzente selbst auf kleinen Grabflächen. Das Frühlingserwachen wird besonders deutlich durch das Abräumen der Winterabdeckung und die leuchtenden Farben der Frühjahrsblüher.

Um die Eisheiligen Mitte Mai herum werden die Frühlingsblumen dann ersetzt. „Beim Sommerflor muss man besonders den Standort des Grabes berücksichtigen, denn manche Pflanzen eignen sich besser für sonnige, manche nur für schattige Standorte“, betont Friedhofsgärtner Nicolas Rehner. Während Eisbegonien, Husarenknöpfchen und Rosettenpflanzen wie die Echeverie sich in der Sonne wohlfühlen, bevorzugen Elatior-Begonien und Fleißige Lieschen halbschattige und schattige Standorte. Der Zauberschnee hingegen verträgt beides. Er benötigt wenig Pflege und blüht vom Mai bis zum ersten Frost. Wenn dieser kommt, wird es Zeit für die herbstliche Bepflanzung, die meist Anfang Oktober beginnt.

Bevorzugte Pflanzen der Herbstsaison sind die zahlreichen Heidegewächse von der Besenheide bis zur Schneeheide sowie kälteresistente Spätblüher wie Alpenveilchen und Purpurglöckchen. Zu den Gedenktagen im November setzen Grabschalen und kunstvolle Gestecke zusätzliche Akzente. Spätestens am Totensonntag werden die Gräber in vielen Regionen Deutschlands mit Kränzen und Gestecken geschmückt: Verschiedenes Tannen- und Koniferengrün sowie Zapfen und getrocknete Fruchtstände sind beliebte Bestandteile der winterlichen Arrangements. Im Februar schließlich entfernen die Friedhofsgärtner Winterabdeckungen sowie winterlichen Grabschmuck und füllen frische Erde auf. Nun ist das Grab wieder bereit für die Frühjahrsbepflanzung: Der Kreis der Jahreszeiten hat sich geschlossen.




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