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Zwischen Optimismus und Bangen

Bad Münder. „Jede zweite Klinik ist bedroht“. Die aktuelle Warnung der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft vor einem Krankenhausterben (wir berichteten) trifft die Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt-Gesundheitsdienste (Awo-GSD) in einer ohnehin angespannten Situation, nachdem im Dezember die finanziellen Probleme der Gesellschaft bekannt geworden waren. Heute treffen Geschäftsführung und Mitarbeitervertreter mit einem Wirtschaftsprüfer zusammen, der die Situation der Awo-GSD durchleuchten soll.

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Das wirtschaftliche Gutachten eines externen Beratungsunternehmens ist Teil der Voraussetzungen, die Verdi-Mitglieder für die Stundung der Jahressonderzahlung bis Ende März gefordert hatten. „Das Risiko des Unternehmens tragen schließlich bis zum 31. März die Mitarbeiter“, erklärt die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ute Giesecke. 26 Jahre ist sie im Unternehmen, ihre Einschätzung hat bei vielen Mitarbeitern Gewicht – und fällt derzeit durchaus kritisch aus: „Es kocht“, sagt sie.

„Die finanziellen Belastungen sind nicht von heute auf morgen vorbei“, erklärt auch Werner Bunzenthal, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender in Bad Münder. Die Situation sei nach wie vor angespannt, entsprechend sei auch die Stimmung unter den Mitarbeitern, „schließlich weiß niemand, wo es hingeht.“ Dass auf die finanziell angespannte Situation mit Veränderungen reagiert werden müsse, sei vielen Mitarbeitern klar. „Inzwischen gibt es aber auch Optimismus, dass es gelingen kann.“

Geschäftsführerin Magdalena Günther hatte angekündigt, mit allen Führungskräften des Unternehmens und den Mitarbeitervertretern ein Zukunftskonzept aufstellen zu wollen, bis März soll es stehen.

„Sonst passiert uns das, was Springe passiert ist“, sagt Günther. Sie bedaure die beschlossene Schließung des Krankenhauses in der Nachbarstadt sehr. Vor mehr als zehn Jahren gab es Gespräche zwischen den Awo-Gesundheitsdiensten und dem Klinikum Region Hannover als Trägergesellschaften der Krankenhäuser. Gesprochen wurde über eine enge Zusammenarbeit, ein Zusammenrücken als Gesundheitsregion. Dabei sollte das Akutkrankenhaus in Springe angesiedelt werden, Bad Münder den Reha-Bereich abdecken. „Das wäre gut für die gesamte Region gewesen, doch diese Chance haben wir leider vertan“, sagt Günther im Rückblick. Jetzt gelte es, das Thema Mobilität in den Mittelpunkt zu rücken und „vernünftige Lösungen“ zu erarbeiten, damit die potenziellen Patienten die vorhandenen Einrichtungen erreichen können. „Wir müssen aufhören, immer diese Grenzen – das eine ist der Landkreis Hameln-Pyrmont, das andere die Region Hannover – zu sehen. Viel wichtiger ist der Blick auf den regionalen Gesundheitsbereich als Ganzes“, erklärt die Geschäftsführerin. Das Klinikum in Hameln sieht sie in diesem Zusammenhang ebenso wenig als Konkurrenz, wie es ihr Vorgänger Volker Behncke getan hat. „Eine gute Ergänzung. In diesem Rahmen kann auch die Gesundheitsversorgung für Springe mit sichergestellt werden“, erklärt Günther.jhr



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