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Frühstückstreffen für Frauen: Publizistin beleuchtet das Spannungsfeld zwischen "Stutenbissigkeit und Busenfreundinnen"

Zwischen Modelmaßen und Bestätigungsmaschinen

Bückeburg (jp). Rund 80 Besucherinnen zählte das diesjährige Frühstückstreffen für Frauen in Bückeburg. Es war das zweite Mal, dass der Landfrauenverein Bückeburg zu diesem kulinarischen Vormittagstreff mit Vortrag eingeladen hatte. Dabei stärkten sich die Teilnehmerinnen an einem umfangreichen und sehr vielseitigen Frühstücksbüfett aus der Küche von Ratskellerwirt Edgar Miller und seinem Team.

Als Referentin konnte die Landfrauenvereinsvorsitzende Ilse Gottschalk dieses Mal Antje Balters aus Bremen begrüßen. Die 51-jährige studierte Publizistin arbeitet seit 20 Jahren freiberuflich als Lektorin, Journalistin und Autorin und wird häufig als Referentin bei Veranstaltungen wie dem Frauenfrühstück engagiert. In ihren Büchern und Vorträgen beschäftigt sich die Mutter von fünf Kindern anhand vieler, oftmals autobiografischer Beispiele mit frauenspezifischen Themen. Wie ihr neuestes Buch, war auch ihr Vortrag in Bückeburg mit "Von Stutenbissigkeit und Busenfreundinnen" überschrieben und beschäftigt sich mit der vielfältigen und oftmals selbst für die Beteiligten schwer zu durchschauenden Interaktion unter Frauen - der freundschaftlichen wie der aggressiven. Täter und Opfer - oftmals sind bei Rivalitätskämpfen zwischen Frauen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern fließend. Und zwischen welchen Frauen herrscht eigentlich Rivalität? "Eigentlich zwischen allen", beantwortet Antje Balters. Dies beginne bereits mit dem Konkurrenzkampf zwischen Mutter und Tochter um dieGunst des Vaters. Diese Rivalität sei in Ordnung, so lange die Mutter nicht zur Busenfreundin der Tochter werde und diese selbst wiederum erkenne und akzeptiere, dass es zwischen Vater und Mutter eine Beziehungsebene gebe, zu der sie keinen Zutritt hat. Rivalitätsbereich Nummer eins zwischen Frauen sei das Aussehen, erst weit danach kämen die Bereiche Partner, Kinder sowie Beruf. 90 Prozent aller Frauen in Deutschland hielten sich für zu dick und orientierten sich dabei nicht an ihrer Umgebung, sondern an wenigen Prominenten mit Modelmaßen. Dabei gebe es auf der Erde rund drei Milliarden Frauen, von denen hochgerechnet vielleicht 150 Topmodel-Maße besäßen. "Wieso meinen wir eigentlich, so aussehen zu müssen, wie diese verschwindend kleine Minderheit?" Auch in vielen anderen Bereichen würden sich Frauen mit falschen Maßstäben messen: "Wirhecheln dem hinterher, was wir für Erfolg halten und setzen es mit Glück gleich." Dies führe zu Verstellung, zu verzerrter Wahrnehmung und unweigerlich zu Schuld- und Minderwertigkeitskomplexen. Die Busenfreundin sei die Frau, bei der man sich ohne Verstellung so geben könne, wie man tatsächlich ist. Häufig hole man sich aber bei der Busenfreundin die Bestätigung, die man woanders nicht bekommt. "Dies ist die Stelle, an der viele Frauenfreundschaften, auch langjährige, zerbrechen, wenn eine von beiden merkt, dass sie nur die Bestätigungsmaschine ist." Darum sei es so eminent wichtig, stets zu überprüfen, ob eine Frauenfreundschaft aus gleichberechtigtem Geben und Nehmen besteht. "Wenn man von der Busenfreundin immer nur erwartet, dass sie die eigenen Defizite abdeckt, wird die Freundschaft unweigerlich scheitern." Busenfreundschaft unter Frauen sei aber auch etwas ambivalentes. Zum einen seien die intimen gegenseitigen Kenntnisse Voraussetzung für ein tiefes Vertrauen. Aber wehe, wenn diese Freundschaft Risse bekommt, dann werden die Kenntnisse der eigenen Schwächen zur Bedrohung. "Wir alle kennen die Gruselgeschichten von den Ehemännern, die mit der besten Freundin durchbrennen." Daher sei gerade bei der Busenfreundin Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. "Ich muss sie also auch im Auge haben, muss genauso viel über sie wissen wie sie über mich und damit ein Gleichgewicht des Schreckens herstellen."




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