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Kriminalstatistik 2009: Zahl der aufgeklärten Straftaten erreicht in Bad Münder Höchstwert

Zwischen Deister und Süntel lebt sich‘s sicher

Bad Münder (jhr). Der positive Trend bei der Kriminalitätsbekämpfung im Bereich des Polizeikommissariats Bad Münder ist für Jürgen Keller, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes (KED), deutlich ablesbar: Im eigenen Zuständigkeitsbereich konnten im vergangenen Jahr 72,73 Prozent der Straftaten aufgeklärt werden – seit 1994 lag die Aufklärungsquote nie höher. Keller nicht ohne Stolz: „Innerhalb Niedersachsens ist damit auch eine Spitzenposition im Vergleich zu anderen Kommissariaten erzielt worden.“ Der Landesschnitt liegt bei 59,97 Prozent, der der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont bei 66,98 Prozent.

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Zuständig sind die münderschen Ermittler für einen relativ großen Bereich: Er reicht von Bad Münder über Coppenbrügge bis Salzhemmendorf. 291 Quadratkilometer mit mehr als 36000 Einwohnern. Kommissariatsleiter Manfred Homann machte bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2009 jetzt deutlich, dass trotz der angewachsenen Fallzahlen kein Grund zur Sorge bestehe. In Bad Münder waren 1157 Fälle zu bearbeiten, in Coppenbrügge 260 und in Salzhemmendorf 321. Den größten Teil der Steigerung bei den Straftaten in Bad Münder macht der Fall des falschen Physiotherapeuten aus (NDZ berichtete) – mit 205 Fällen von Abrechnungsbetrug schlägt er sich in der Statistik nieder. Ein anderer bedeutender Teil in der Statistik ist die Zunahme der Fälle von Rauschgiftkriminalität. Sie hängt direkt mit der verstärkten Überwachung des Straßenverkehrs in Hinblick auf Drogenbeeinflussung von Autofahrern zusammen, Ermittlungserfolgen im Bereich Konsum von Cannabisprodukten, aber auch Fälle von „Kleinhandel“ konnten aufgeklärt werden, 57 mehr als im Vorjahr.

Kaum verändert haben sich die Fallzahlen im Bereich Diebstahl: 429 Delikten im Jahr 2008 standen im vergangenen Jahr 418 gegenüber, allerdings konnten 6,1 Prozent mehr Fälle aufgeklärt werden.

Im Bereich der Körperverletzungen haben die münderschen Beamten in den vergangenen Jahren immer wieder nicht erklärbare Schwankungen in der Statistik ausgemacht, für das vergangene Jahr sei aber eine Tendenz zu erkennen, was die Art der Körperverletzung anbelangt, erklärt Keller. „Die Täter scheinen aggressiver in ihrer Vorgehensweise geworden zu sein.“ Indiz dafür sei die Zunahme gefährlicher Körperverletzungen um 19 Fälle von 37 auf 56. „Bei den Taten handelt es sich jedoch fast ausnahmslos um Beziehungstaten, wo polizeibekannte Personen untereinander nach Alkoholkonsum in Streit geraten sind“, so der KED-Leiter.

Nicht zuletzt aufgrund des bundesweit diskutierten Alkoholkonsums von Jugendlichen und den vermuteten Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und zunehmender Aggression, auch gegenüber Polizisten, werde dieser Bereich auch in Bad Münder mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet, sagt Kommissariatsleiter Homann. Sein Fazit nach Auswertung der Statistik: „Anscheinend begehen alkoholisierte Jugendliche hier weniger Straftaten als angenommen.“ Jugendschutzkontrollen hätten möglicherweise Exzesse und damit entsprechende Straftaten verhindert.

Zu den gestiegenen Fallzahlen tragen auch 52 Fälle von häuslicher Gewalt bei. Durch die Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit werde häusliche Gewalt durch das Opfer nicht mehr als „beschämendes Schicksal“ bewertet – die Anzeigebereitschaft sei dadurch gewachsen.

Raubüberfälle „im klassischen Sinne“ gab es nicht, Körperverletzungen, bei denen grundlos auf das Opfer eingeschlagen wurde, waren die Ausnahme – für Keller Beleg dafür, dass es sich im Zuständigkeitsbereich des Kommissariats sicher leben lasse.



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