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Vor Gericht: 22-Jähriger bleibt im Gefängnis / Zusätzlich 6000 Euro Schmerzensgeld

Zweieinhalb Jahre für Rintelner Vergewaltiger

Rinteln (maf). Am dritten Verhandlungstag ist im Vergewaltigungsprozess gegen einen 22-jährigen Rintelner das Urteil verkündet worden: Das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost verhängte eine Jugendstrafe von 30 Monaten gegen den Angestellten, der im Dezember 2005 eine 15-jährige Schülerin zum Oralsex gezwungen hatte.

Zudem muss er Schmerzensgeld in Höhe von 6000 Euro an das bis heute traumatisierte Opfer zahlen. Darüber hinaus bleibt der Haftbefehl gegen den seit April in Untersuchungshaft sitzenden Mann wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr aufrechterhalten. In der Neuauflage des Prozesses, der im Mai nach sechs Verhandlungstagen abgebrochen worden war (wir berichteten), ging es im Kern um die Frage, ob der Oralverkehr freiwillig oder erzwungen stattgefunden hatte. Denn unstreitig war es an jenem Dezemberabend auf einem Feldweg nahe des Krankenhauses im Auto zu der sexuellen Handlung zwischen dem Rintelner und der ihm bekannten Schülerin gekommen. In der vorigen Wocheäußerte sich der Angeklagte erstmals vor Gericht zu dem Tatvorwurf. Er berichtete, dass das Mädchen freiwillig mitgemacht habe. Ferner soll es rund zwei Jahre vor dem Geschehen in der Feldmark zum Oralsex zwischen den beiden in der elterlichen Wohnung der Schülerin gekommen sein. Am jüngsten Verhandlungstag wurde dazu ein Zeuge präsentiert. Unter Eid sagte der junge Mann aus, dass er vor fünf bis sechs Jahren mehrfach dem Angeklagten und dem Mädchen beim Oralverkehr zugesehen habe. Dass es diese früheren Sexualkontakte gegeben hatte, wollten weder das Gericht noch Staatsanwalt Wilfried Stahlhut glauben. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach von einer Räuberpistole und dem Versuch, das Mädchen als "oralsexgeiles Flittchen" hinzustellen. Nun muss der Zeuge mit einem Verfahren wegen Meineides rechnen. Dagegen hatte die als Nebenklägerin auftretende Schülerin die Vergewaltigung von Beginn an glaubwürdig und konstant geschildert. "Es ist zu einer perfiden Tat gekommen. Dafür ist der Angeklagte hart zu bestrafen", kommentierte Rechtsanwalt Hans-Dieter Liebelt, der Vertreter der Nebenklägerin. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Ralf Jordan, hielt jedoch den Tatbestand der Vergewaltigung nicht für erfüllt und forderte Freispruch für seinen Mandanten. Jordan kündigte an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.




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