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Spektakel um Reformation, Sparkassenwesen und Fernradwegenetz am 1. Mai

Zwei TV-Teams halten drauf, wenn die Botenläufer aufs Ziel zustürmen

Bad Eilsen/Wittenberg (tw).

Studieren Deutschlandsältestes Sparbuch: Dr. Ulrich Pfingsten (r

Nur noch wenige Tage, dann werden die Bürger Bad Eilsens ein - medienwirksames - Spektakel erleben, welches ihnen so noch nie geboten wurde: den "Wittenberger Botenlauf" (wir berichteten). Am Dienstag, 1. Mai, Schlag 15.30 Uhr, werden die Läufer aus Richtung Landschulheim kommend an der Christuskirche erwartet. Sie haben dann insgesamt eine Strecke von 460 Kilometern zurück gelegt. Eine Augenweide allemal: Die letzten 200 Meter vor dem Zieleinlauf in Bad Eilsen werden in historischen Gewändern gelaufen. Gleich zwei TV-Teams, darunter der MDR, filmen das Spektakel. Und die Botenläufer kommen nicht mit leeren Händen: "Wir haben eine Luthereiche dabei, Ableger des Wittenberger Originals", sagt Dr. Ulrich Pfingsten. Der Botenläufer und Kulturreferent der Stadt Wittenberg mit Zweitwohnsitz in Bad Eilsen: "Außerdem bringen wir eine Elsbeere mit, Lieblingsbaum Katharina von Boras, der Ehefrau Luthers." Ziel des Botenlaufes mit seinen - inclusive Tross - etwa 35 Teilnehmern sind drei Dinge: Zum einen sollen die Verbindungen zwischen der Lutherstadt Wittenberg und Bad Eilsen, insbesondere deren Sparkassen, ausgebaut und vertieft werden. Die Botenläufer werden dafür eine Botschaft des Wittenberger Oberbürgermeisters, der selbst Botenläufer ist, an die Bürger Bad Eilsens übergeben. Denn: Die Eilser Sparkasse gedenkt 2007 des 150. Todestages ihres Gründers Friedrich Witte (1792 -1857). Witte gründete am 1. Januar 1817 in dem damals sehr kleinen und abgeschiedenen Ort die erste deutsche Genossenschaftsbank ("Eilser Sparlade"), aus der die heutige Sparkasse Schaumburg hervorgegangen ist. Der Vorsitzende des Vorstandes der Sparkasse Wittenberg, Wilhelm Fisser, wird in Bad Eilsen eine Ausstellung über Friedrich Witte und die Anfänge des Sparwesens eröffnen; in der Schau werden ausschließlich Originale aus dem Nachlass Wittes gezeigt. Die Botenläufer wollen in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von regionalen Geldinstituten hinweisen. Kommt hinzu: Im Jahre 2007 beginnt weltweit die "Reformationsdekade", welche bis zum 500. Jahrestag der Reformation Martin Luthers (Thesenanschlag in Wittenberg) dauert. Auf die Vielzahl der Veranstaltungen wollen die Wittenberger unterwegs und in Bad Eilsen aufmerksam machen. Sie werden eine Botschaft des Stellvertretenden Bischofs der Kirchenprovinz Magdeburg mitbringen. Ziel aber auch: Weil der "Europaweg R 1", von der französischen Kanalküste kommend und quer durch Deutschland bis nach St. Petersburg führend, noch nicht den Stellenwert wie der Elberadweg hat, wollen die Botenläufer auch auf ihn aufmerksam machen. Seine Beliebtheit vor allem in Sachsen-Anhalt könnte - meinen die Botenläufer - durch weiteren Ausbau, wenigstens aber durch unentwegtes Instandsetzen und aktuelles Beschildern erhöht werden. Der "R 1" ist einer von drei Fernradwegen, welche das Zentrum der Lutherstadt Wittenberg kreuzen. Das Programm: 15.30 Uhr: Einlauf am Zielpunkt Christuskirche. Begrüßung durch Pastor Reiner Rinne und Bürgermeister Horst Rinne. Anschließend Pflanzen der Elsbeere vor dem Gemeindehaus und Stehgreifspiel "Der Noth-Groschen oder Die Gründung der Eilser Sparlade aus dem Geist der Basedowschen Philosophie". 16.15 Uhr: Eröffnung der Ausstellung zu Ehren Wittes im Haus Bahnhofstraße 14. Die Schau wird für die Dauer von etwa zwei Wochen täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen sein. 17 Uhr: Empfang der Kirche im Gemeindehaus im Beisein von Bischof Rolf Koppe, bis 2006 Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland. 18.30 Uhr: Führung durch den Kurpark und Pflanzen der Luther-Eiche. Anschließend Vorstellung der Winkelhake-Ausstellung im Haus des Gastes.

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