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RTL II baut für seine Sendung "Zuhause im Glück" ein Eigenheim in Schmarrie um

Zwei Millionen gucken Heinzelmännchen zu

Schmarrie (nah). Das Märchen von den Heinzelmännchen wird für eine junge Schmarrier Familie Wirklichkeit. In nur acht Tagen entsteht für den erst kürzlich verwitweten Vater und seine drei kleinen Kinder ein neues Zuhause: Versierte Handwerker sind dabei, das Obergeschoss des Eigenheims zu verändern. Was dort geschieht, will der Auftraggeber nicht verraten: Es ist der Privatsender RTL II, der für eine neue Staffel seiner Serie "Zuhause im Glück" dreht. Voraussichtlicher Sendetermin wird im Juni sein.

Ein Fernsehsender lässt bauen: Für die Serie "Zuhause im Glück"

Seit knapp zwei Jahren helfen die Fernsehleute bei persönlichen Schicksalen - und stoßen mit den 90-minütigen Dokumentationen auf wachsendes Interesse: Der Zuschaueranteil liegt deutlich über dem Durchschnitt zum Vergleich mit den übrigen Sendungen und erzielte Spitzenwerte von bis zu 3,53 Millionen. Auch die Zahl der Bewerbungen steigt: Allein für die zurückliegende Serie mit 22 Folgen häten 7000 Familien ebenfalls gern die TV-Heinzelmännchen in Aktion erlebt. Die Auswahl erfolgt nach strengen Kriterien: Wer zum Zug kommt, steht nicht auf der Sonnenseite des Lebens, sondern muss in eine schwierige Situationen geraten sein. Dann wird die Potsdamer Produktionsfirma "UFA Entertainment" tätig, die Termine und Dreharbeiten koordiniert sowie eine Spezialfirma mit Meistern für alle Gewerke und vielseitig ausgebildeten Handwerkern beschäftigt. "Nur so ist der Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen", erklärt Redakteur Thomas Kellermann. Denn die Truppe hat nur acht Arbeitstage Zeit - Wochenende inbegriffen. "Es sind wirklich nur acht Tage", setzt er nach, "die meisten wollen uns das immer nicht glauben". "Wir kennen keine 40-Stunden-Woche", sagt Bauleiter Wolfgang Hesemann. Gerade sind Fliesen geliefert worden. Hesemann hat sich kurz mit dem Fahrer ausgetauscht. Schon läuft die Kamera; der Tontechniker fängt mit dem am langen Stativ befestigten Mikrofon das kurze Gespräch auf. Unterdessen rumpelt es tüchtig im benachbarten Schuttcontainer. Mit einem Schwenk werden die Bilder von einer aufsteigenden Staubwolke gleich mit aufgenommen: Die Handwerker haben den Rest einer Zwischenwand aus dem Fenster gekippt. Was im Obergeschoss des Einfamilienhauses im Schmarrier Unterdorf geschieht, wissen momentan nur Innenarchitektin und Moderatorin Eva Brenner, ein zweiter Architekt und die Handwerker selbst. Freundlich, aber bestimmt hat RTL II-Pressesprecherin Joyce Mariel unserem Reporter den Zugang ins Haus nicht gestattet: "Wir wollen schließlich der Familie und auch unseren Zuschauern die Überraschung nicht nehmen." Vater und Kinder sind in einem Stadthäger Hotel einquartiert. Freunde hatten gleich danach die Möbel ausgeräumt. "Was haben wir schon für anrührende Szenen erlebt", weiß Kellermann aus den vorangegangenen Aufnahmen für insgesamt 36 Sendungen. Erst in der vergangenen Woche wurde in Bremen gedreht: Dort lebte eine Mutter mit drei Kindern und einem schwerkranken Mann mitten in einer Baustelle. Während der Arbeiten an ihrem Haus war bei dem Familienvater ein Gehirntumor diagnostiziert worden. Nun also macht sich das Team in Schmarrie nützlich: 25 Handwerker und Fernsehleute sind dort in diesen Tagen tätig. Große Container dienen als Aufenthalts-, Besprechungs- und Lagerraum. Es herrscht ein Kommen und Gehen, weil Liefertermine eng geplant sind. Im Dach gähnt ein großes Lochi im Garten richten Zimmerleute Balken her. "Wir haben wirklich Spaß bei der Arbeit", verrät Hesemann, "weil uns dabei zwei Millionen Leute zugucken". Doch der schönste Moment kommt immer zum Schluss, wenn die Bewohner zum ersten Mal wieder vor der Tür stehen und sich im ersten Moment wie in fremder Umgebung fühlen. "Das dauert schon ein paar Tage, bis die Betroffenen alles verdaut haben", weiß der Redakteur. Am kommenden Mittwoch ist es soweit. Dann werden die Betroffenen aus Stadthagen abgeholt und ins Haus geführt. Bestimmt sind dann auch etliche Nachbarn und Neugierige dabei und die Schwester des Hauseigentümers, die dem Fernsehsender vor einigen Monaten vom Schicksal ihrer Verwandten berichtet hatte. "Unser Einzug in ein neues Leben" heißt der Untertitel der Serie. Für die kleine Schmarrier Familie wird es bald Wirklichkeit.

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