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Friedrich Niemeier und Fritz Schnelle verabschieden sich nach Jahrzehnten von der politischen Bühne

Zwei, die gemeinsam viel bewegt und erlebt haben

Bad Münder (mf). Wie nur wenige andere haben sie die Entwicklung Bad Münders seit den 1970ern ganz entscheidend mitgeprägt. Seit Jahrzehnten marschieren sie Seite an Seite – längst verbindet sie mehr als nur eine Parteifreundschaft. Und so überrascht es nicht, dass Friedrich Niemeier und Fritz Schnelle nun auch gemeinsam Abschied von der Kommunalpolitik nehmen.

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Zwei Männer, die privat und politisch viel verbindet. Gestandene Unternehmerpersönlichkeiten, die die Liebe zu ihrer Heimatstadt und zur Musik teilen. Niemeiers Familie stammt aus Westfalen. Der Vater heuerte als Baudirektor in der münderschen Stadtverwaltung an, um sich 1931 mit einem Bauunternehmen selbstständig zu machen. 1966 trat Sohn Friedrich als eines von fünf Geschwistern in die Firma ein.

Schnelles Großvater legte schon 1908 den Grundstein für die heute in vierter Generation geführte Spedition. Mit einem Pferdefuhrwerk transportierte er schon damals Möbel nach Hannover. Mit 18 Jahren begann Enkel Fritz 1959 im Unternehmen, 1971 übernahm er die Leitung. „Schon unsere Väter waren befreundet und sind zusammen durch halb Niedersachsen gewandert“, erzählt er, während Niemeier zustimmend nickt.

Bringt Schnelle es auf stolze 25 Jahre Stadtratsarbeit und weitere zehn Jahre im Kreistag, so kann Niemeier mit noch ein wenig mehr aufwarten: Von 1973 bis 2006 saß er ununterbrochen für die CDU im Gemeinderat. Daheim im Schreibtisch liegen zwei goldene Ehrenringe, die die Stadt für langjähriges kommunalpolitisches Engagement verleiht. Den einen habe er selbst bekommen, den anderen zuvor sein Vater“, berichtet Niemeier, der nach drei Legislaturperioden nun auch sein Kreistagsmandat abgegeben hat.

Wenn beide in diesen Tagen auf die zurückliegende Zeit blicken, dann sprudelt es nur so aus ihnen heraus. Vieles haben sie zusammen erlebt und bewegt. Da ist vor allem die Stadtsanierung, die sich über etwa 15 Jahre erstreckte. Ein Meilenstein für Bad Münder sei das gewesen, sind beide überzeugt. „Das war 1986 eine einmalige Chance, die wir ergriffen haben“, sagt Niemeier. „Und nur möglich, weil alle Parteien an einem Strang gezogen haben“, ergänzt Schnelle.

Da waren die Gespräche mit den Künstlern, die Söltjer- und Hoppenbrunnen entworfen haben, Verhandlungen mit Grundstückseigentümern, unzählige Gespräche und Planungsrunden. Er könne sich auch noch gut daran erinnern, wie er damals das Pflaster ausgewählt habe, das heute die Altstadt prägt, berichtet Niemeier. „Wir konnten großen Einfluss auf die Gestaltung nehmen. Das war toll“, pflichtet Schnelle bei.

Ähnlich euphorisch waren die beiden CDU-Ratsherren – und mit ihnen die meisten ihrer Kollegen – zunächst auch noch, als vor 25 Jahren ein Unternehmer aus Hessen mit großen Versprechen auftauchte. Der „Deisterpark“ sollte Bad Münder zu einem Baden-Baden des Nordens machen. Heute sagt Niemeier selbstkritisch: „Es ist versäumt worden, genau genug hinzuschauen.“ Doch der vermeintliche Investor habe alle geschickt eingewickelt. „Immer, wenn wir in der Firmenzentrale zu Besuch waren, saßen da in einem riesigen Büro ganz viele Planer und brüteten über den Unterlagen für das Projekt in Bad Münder.“

Die Geschichte habe zwar bekanntermaßen ein unrühmliches Ende gefunden. Aber immerhin seien mit Golfplatz und Kur- und Landschaftspark auch zwei große Vorhaben realisiert worden, „die Bad Münder gewaltig aufgewertet haben“, sind sich Niemeier und Schnelle einig. Die vielen Bildungseinrichtungen und die Kliniken hätten andernfalls kaum angesiedelt beziehungsweise am Ort gehalten werden können.

Glücklich sind die beiden scheidenden Kreistagsabgeordneten auch darüber, dass es ihnen kurz vor Ende der Amtszeit noch gelungen ist, die Gesamtschule für Bad Münder mit auf den Weg zu bringen.Und dann ist da noch die Zusammenlegung und Privatisierung des Kreiskrankenhauses in Hameln. „Auch im Nachhinein noch eine ganz wichtige und richtige Entscheidung“, steht für Schnelle fest.

Hinter den beiden Politveteranen liegen unzählige gemeinsame Sitzungen. Und oftmals trafen sie abends oder an den Wochenenden wieder aufeinander – bei ihrer anderen Leidenschaft, der Musik. Der eine als Präsident des Gesangvereins Liederkranz, der andere als Mitbegründer des Posaunenchors.



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