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Astrid-Lindgren-Förderschule und KGS richten Kooperationsklasse ein

Zusammenarbeit im Vertrag besiegelt

Bad Münder (jhr). Lernen unter einem Dach – die Integration von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, also Behinderungen, soll in der Kooperativen Gesamtschule Bad Münder mit einem neuen Konzept umgesetzt werden: Zum kommenden Schuljahr wird in Jahrgang fünf eine Kooperationsklasse eingeführt, deren Schüler alle im Gebäude der KGS untergebracht werden.

Zur Unterschrift wird getauscht: Britta Bödecker und Edgar Schul

KGS-Leiter Edgar Schulz und Britta Bödecker, Leiterin der Astrid-Lindgren-Förderschule mit Schwerpunkt Lernen, unterzeichneten am 27. April den entsprechenden Kooperationsvertrag zwischen ihren Schulen. Die beiden Schulleiter sehen im Modell einer Kooperationsklasse den bestmöglichen Weg, die Integration von Schülern mit Förderbedarf Lernen voranzubringen. Vorgesehen ist, die bis zu zehn Schüler mit Förderbedarf, die auf dem Papier zur Astrid-Lindgren-Schule gehören, gemeinsam mit den 13 Schülern des Hauptschulzweiges der KGS zu beschulen – die Kooperationsklassen sollen 5a1 und 5a2 heißen, ihre Klassenräume direkt nebeneinander liegen.

Die KGS-Klasse soll zusätzlich als Integrationsklasse geführt werden, weil sie eine Schülerin mit Förderbedarf geistige Entwicklung besuchen wird. „Aus unserer Sicht die beste Lösung in schulfachlicher und schulpädagogischer Hinsicht“, erklärt Schulz. Im Gegensatz zu der von einem Teil der Eltern mit Kindern mit Förderbedarf gewünschte Beschulung in einer reinen Integrationsklasse sehen Bödecker und Schulz im Modell Kooperationsklasse den Vorteil, dass deutlich mehr Lehrerstunden für die gemeinsam 23 Schüler zur Verfügung stehen. Neben den 29 Lehrerstunden der Förderschule auch die Lehrerstunden der KGS-Klasse, außerdem fünf zusätzliche Förderstunden im Förderbereich geistige Entwicklung. Im Gegensatz zu einer Integrationsklasse könne die Kooperationsklasse immer mit zwei Lehrkräften, zeitweilig sogar vor drei Lehrkräften, unterrichtet werden. „Lückenlose Betreuungszeiten durch Teamunterricht“, stellt Schulz heraus.

In die Entscheidung für das Modell Kooperationsklasse seien auch Erfahrungen der ersten Integrationsklasse der KGS im jetzigen Jahrgang fünf eingeflossen, in der 6 der 18 Kinder speziellen Förderbedarf haben, erläutert Schulz – deutlich seien im ersten Jahr aber bei allen Erfolgen auch die Grenzen geworden.

Mit der Unterbringung der zur Förderschule gehörenden Klasse unter dem KGS-Dach wird für Britta Bödecker ein sich abzeichnender Schritt vorweggenommen: „Über kurz oder lang wird die gesamte Förderschule in das Gebäude der KGS ziehen. Daran wird sichtbar, dass keineswegs der Erhalt einer Förderschulklasse als Idee hinter der Bildung einer Kooperationsklasse steht“, sagt sie. Mit der Kooperationsklasse würde in der Region kein Neuland betreten – allerdings sei die Zusammenführung unter einem Dach in der KGS sehr wohl etwas Besonderes. „Die Schüler werden am Schulleben der KGS teilhaben. Mit Nachmittagsangebot, Veranstaltungen, Schulkleidung“, kündigt Schulz an.

Deutlich machen beide Schulleiter, dass sie mit der Kooperationsklasse nicht den leichtesten Weg gewählt haben: „Dieses Konzept macht uns wahnsinnig viel Arbeit – wir stricken den gesamten Stundenplan der KGS und der Förderschule um die Kooperationsklasse herum“, sagt Schulz.



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