weather-image
25°

Zur Vorstandssitzung in die Schule

Bad Münder. Früh übt sich, wer auf den Berufseinstieg vorbereitet sein will. Sehr früh. Genauer: in Klasse neun. Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse des Realschulzweiges der KGS Bad Münder haben jetzt ihre eine Firma ins Leben gerufen. „Green“ heißt die – und ist als Genossenschaft organisiert.

270_008_7124912_lkbm206_3004_schuelerfirma_kgs_IMG_9718.jpg

Mitglieder der Genossenschaft sind zunächst einmal die Schüler, die sich für das Profil „Wirtschaft“ entschieden haben. Bei der öffentlichen Präsentation ihrer Firma stellten sie gemeinsam mit ihrem Lehrer Ferhat Gözacan vor, wohin die Reise gehen soll: Ausrichtung, Produkte, Businessplan und die Satzung der Genossenschaft wurden erläutert. Für diese Rechtsform haben sie sich aus ganz pragmatischen Gesichtsgründen entschieden, wie sie im ersten Pressegespräch der Unternehmensgeschichte erläutern: So liege die Kontrolle in ihrer Hand, alle könnten gleichberechtigt mitbestimmen.

Vor der Festlegung auf einen Produktbereich haben die Schüler eine gründliche Marktanalyse vorgenommen und sich dann darauf verständigt, selbst produzierte Lebensmittel zu verkaufen. Ihrer Auffassung nach könnte das Mensaangebot noch mehr Abwechselung bieten – und mit Wraps, Burgern, Keksen, Kakao und Smoothies soll es ergänzt werden. An zwei Vormittagen werden die zuvor in der Schulküche zubereiteten Snacks verkauft.

Dass ein Unternehmen nicht allein mit Produktion und Verkauf bestehen kann, haben die Schüler bereits gelernt. So haben sie verschiedene Abteilungen wie beispielsweise Rechnungswesen, Einkauf oder Marketing gegründet – und auch eine Geschäftsleitung berufen. Zunächst kommissarisch besetzt Amela den Posten, bis der neu gewählte Vorstand einen Geschäftsführer einsetzen wird. „Die letzte Zeit war sehr hektisch und aufregend“, berichtet sie. Und es gibt auch noch Verbesserungsbedarf, haben die Schüler erkannt: Die in der ersten Präsentation vorgestellten Kekse waren auch noch nicht optimal. „Daran arbeiten wir noch, schließlich müssen sie auch alle gleich schwer sein, damit sich niemand benachteiligt fühlt“, erklärt das neu gewählte Vorstandsmitglied Karen.

Die Schüler wirken überaus motiviert, einige Jungen sind sogar im Business-Outfit mit Schlips und Jackett zur Gründungsveranstaltung erschienen. Unterstützt werden die jungen Firmengründer von Antje Döring von der Volksbank Bad Münder, die auch einen Sitz im Aufsichtsrat hat. Finanziert wird die Firma über den Verkauf von Geschäftsanteilen und Sponsorengeldern. Spenden zur Finanzierung des Einkaufs nimmt der noch einzusetzende Kassenwart von „Green“ in Verwahrung.

Schülerfirmen dürfen übrigens keinen Gewinn ausschütten. Sollte ein Überschuss erzielt werden, wird eventuell ein „Betriebsausflug“ damit finanziert. Außerdem haben sich die Genossenschaftsmitglieder dazu entschlossen, für einen guten Zweck zu spenden.mow



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt