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Bauarbeiten in Rohdental - Kammweg wird zur Einbahnstraße / Anlieger verärgert: "Ist ein Unding"

Zur Paschenburg? Von Rintelnüber Rehren...

Rinteln/Schaumburg (crs). Aus gerade mal 800 Metern Weg wird eine Anreise vonüber 20 Kilometern Länge: Wer aus dem Ort Schaumburg in diesen Tagen mit dem Auto zur Paschenburg will, muss eine weite Schleife über die B 83, die Unabhängigkeitsstraße bei Westendorf, den Auetal-Highway und Rehren in Kauf nehmen. Grund ist die Baustelle in Rohdental mit der Vollsperrung der Landesstraße 434: Um den Umleitungsverkehr zu regeln, ist der Kammweg als Einbahnstraße in Richtung Deckbergen ausgewiesen. "Das ist ein Unding, das ist absoluter Wahnsinn", regt sich nicht allein Joachim Elsner als Betreiber der Paschenburg über die wenig nachvollziehbare Verkehrsführung auf.

Seit vergangenem Freitag ist die Ortsdurchfahrt Rohdental zur Sanierung der Fahrbahndecke gesperrt (wir berichteten, siehe auch Seite 21). Die Umleitung aus Richtung Hessisch Oldendorf führt über Segelhorst, Langenfeld und Hattendorf nach Rehren, die Umleitung aus Richtung Rehren hingegen über die Kreisstraße 72, also den Kammweg, über den auch die Paschenburg erreichbar ist, und Deckbergen zur B 83 nach Hessisch Oldendorf. Eigentlich ist der schmale Kammweg für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt, während der Bauarbeiten sollen hier Lkw aber in die eine Richtung fahren dürfen. Durch die Sperrung des Kammwegs aus ihrer Richtung sind die Rintelner in den Herbstferien von der Paschenburg als touristischem Ausflugsziel abgeschnitten, müssen den weiten Weg über Rehren fahren. Gastronom Joachim Elsner ärgert sich: "Da kann das Essen noch so gut schmecken - einen solchen Umweg nimmt doch kaum jemand in Kauf." Schon nach den ersten Tagen Baustelle kann Elsner die Auswirkungen der Umleitung an den Umsätzen ablesen: "50 Prozent weniger, davon kann man locker ausgehen." Dabei hätte aus seiner Sicht alles so einfach sein können: Die Strecke über Segelhorst und Langenfeld ist wegen des regelmäßigen Lkw-Verkehrs zum Abbaugebiet auch für Begegnungsverkehr geeignet: "Wenn man die Strecke aus beiden Richtungen als Umleitung genutzt hätte, hätte man den Kammweg offen lassen können." Dass der "eine oder andere" durch die Umleitungsstrecken Nachteile hinnehmen müsse, bedauert Markus Brockmann als Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln ausdrücklich. Dass die Paschenburg nur sehr eingeschränkt erreicht werden könne, sei in der Planung etwas untergegangen, räumt er ein: "Das ist uns durchgerutscht." Doch trotz allen Bedauerns -eine alternative Möglichkeit sieht er nicht. Gemeinsam mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont und der Polizei habe man vor allem versucht, "kreuzenden Umleitungsverkehr" zu verhindern: Bei einer Verkehrsführung von Rehren über Langenfeld nämlich hätte der Umleitungsverkehr an der Kreuzung in Rehren links in Richtung Hattendorf abbiegen müssen: "Das wollten wir vermeiden." Die jetzige Regelung hingegen bezeichnet Brockmann als "die klarste Verkehrsführung". Allerdings sei der üblicherweise für Lkw gesperrte Kammweg so eng, dass er keinen Begegnungsverkehr erlaube. Zwar habe man intern diskutiert, zumindest Pkw-Verkehr aus Richtung Rinteln zuzulassen, diese Option aber aus Sicherheitsgründen wieder verworfen: "Das können wir nicht verantworten." Die Stadt Rinteln und der Landkreis Schaumburg seien im Vorfeld beteiligt worden, sagt Anja Hegener als Pressesprecherin des Landkreises Hameln-Pyrmont: "Entsprechende Alternativen wurden von dort nicht benannt - die gibt es aber auch nicht." Zusätzliches Ärgernis: Auch der Weg vom Deckberger Pass ins Auetal ist wegen der Bauarbeiten an der Bernser Brücke noch immer versperrt. Natürlich hätte man warten können, bis die Brückenbauarbeiten Ende Oktober beendet seien, räumt Brockmann ein: "Aber wir wollten gerne das Zeitfenster der Herbstferien nutzen - sonst hätten wir auch mit der Schülerbeförderung große Probleme gehabt." Einen kleinen Trost zumindest hat Brockmann in petto: Die Vollsperrung und damit auch die Umleitung soll aller Voraussicht nach - was wohl bedeutet: wenn das Wetter mitspielt - zum letzten Herbstferien-Wochenende am 25. Oktober wieder aufgehoben sein: "Wir sind guter Dinge, dass das klappt." Für den Paschenburg-Betreiber Joachim Elsner ist das ein schwacher Trost: Als "persönlichen Albtraum" bezeichnet er die wegen der Umleitung voraussichtlich umsatzschwachen Herbstferien. Zwar gibt er sich pragmatisch - "es nützt ja nichts, da müssen wir jetzt durch" -, dennoch ärgert er sich auch über die fehlende Information im Vorfeld: "Hätte ich das vorher gewusst, dann wäre ich gleich in Urlaub gegangen."




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