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Sonntagsausflug ins Mosterholz zeigt eine unerwartete Vielfalt der Landschaft / Entdecken Sie Hügelgräber

Zur Ostereiersuche auf die Ottensteiner Hochebene

Eine Wanderung auf der Ottensteiner Hochfläche ist ein Ausflug für Naturliebhaber, die bereits an den erlebnis- und aussichtsreichen Auffahrten auf serpentinenreichen Straßen hinauf zur Höhe ihren Spaß haben, um sich dann dort an der Weite und Fernsicht zu erfreuen. Die aber auch die unerwartete Vielfalt der Landschaft hier oben schätzen. Ein Kleinod für Kenner ist das Mosterholz im Westen der Hochfläche, denn es birgt auf engem Raum bei einer Ausdehnung von nur gut zweieinhalb Kilometern sowohl in der Nord-Süd- als auch in der West-Ost-Richtung landschaftliche und kulturelle Besonderheiten. Für die Ostereiersuche wie geschaffen…

Autor:

Ingeborg Müller

Zu letzteren gehört ein Hügelgräberfeld aus der älteren Bronzezeit (1600 bis 1200 v. Chr.), dessen noch unerforschte fünf Grabhügel dem Wanderer kaum auffallen würden, gäbe es nicht davor eine besonders informative Tafel. Auf ihr wird in Wort und Bild sowohl über die Bestattungsform in Baumsärgen als auch über die Lebensumstände der Menschen dieser Zeit berichtet. Ein sehr viel späteres Bodendenkmal stellen die Wölbäcker dar, Zeugnisse einer besonderen Form des Ackerbaus, die nur noch in später aufgeforsteten Feldfluren zu finden sind. Die dortigen Felder waren noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, ehe die sogenannten Verkopplungen (Flurbereinigungen) stattfanden, in lang gestreckte, schmale Besitzparzellen zersplittert. Sie wurden spiralförmig gepflügt, sodass die Äcker höher wuchsen, was auch der Drainage diente. So entstand die gewölbte Ackerform, die auf vielen alten Stichen noch deutlich zu erkennen ist.

Interessant für den Wanderer ist auch der Wasserreichtum im Mosterholz als Folge einer wasserundurchlässigen Tonschicht. Diese wurde über Jahrhunderte hinweg zur Ziegelherstellung abgebaut; die Ruine der letzten Ziegelei steht noch in der Nähe des Wanderparkplatzes. Und noch eine Besonderheit: Wir treffen im Mosterholz erstaunlich viele hohe Scheinzypressen. Sie gehen auf den Zuchtversuch des zuständigen Pyrmonter Forstamtes zurück, die in Kanada beheimateten Koniferen mit ihrem wertvollen Holz hier heimisch zu machen.

Wir erreichen das Mosterholz mit dem Wagen, indem wir – von Kleinenberg oder Lichtenhagen kommend – die nach Vahlbruch und Brevörde führende Straße hinter Baarsen bei dem einzeln stehenden Gehöft nach rechts verlassen. Schilder weisen uns bereits auf einen Wanderparkplatz und auf die Hügelgräber hin. Die Haltestelle Ziegelei Mosterholz der Buslinie 521 der Regionalbus Braunschweig GmbH, Geschäftsstelle Holzminden, wird nur zu den Schulzeiten angefahren. Der Wanderparkplatz liegt am Waldrand im Nordosten des Mosterholzes, hier finden wir auch eine Wanderkarte. Den dort eingezeichneten Rundwanderweg B5 werden wir allerdings noch erweitern. Er führt uns zunächst in den Wald hinein. Bei der Gabelung halten wir uns rechts, von links werden wir abschließend zurückkommen.

2 Bilder
Am Horizont liegt der Ort Großenberg auf der Ottensteiner Hochfläche.

Auf der linken Seite unseres Wanderweges können wir uns sehr bald über die Hügelgräber informieren. Anschließend verlassen wir bei dem zweiten rechts abgehenden Weg den Rundweg, um zum Waldrand zu gelangen. Hier befinden sich auf der linken Seite im Wald jene Wölbäcker, an denen wir auch weiter entlang gehen, wenn wir auf den vor den letzten Bäumen nach links abzweigenden Weg abbiegen, um am westlichen Waldrand entlang zurück auf unseren Rundweg zu gelangen. Da aber der Blick nach Norden zur Hochfläche mit dem Ort Großenberg und nach Südwesten auf das mächtige Massiv des Schwalenberger Waldes besonders reizvoll ist, lohnt sich ein Umweg durch die Feldflur. Dazu gehen wir auf unserem Weg weiter geradeaus, der eine fast rechtwinklige Biegung nach links macht und einen anderen Feldweg kreuzt. Diesem folgen wir noch einmal nach links, um dann an dem besagten westlichen Waldrand, vorbei an den Wölbäckern, nach rechts zu gehen.

Wir überqueren die mit B4 beschilderte Forststraße und erreichen unmittelbar darauf wieder unseren ursprünglichen Rundweg. Auf ihm wandern wir nach rechts leicht bergab weiter. Eichen, Kastanien und Lärchen beleben jetzt neben riesigen Scheinzypressen den Fichten- und Buchenwald. Bei einem Querweg werden wir zunächst noch in der bisherigen Richtung zur Feuerlöschstelle gewiesen, bei der nächsten Kreuzung jedoch nach links. Immer wieder laden Bänke zum Ausruhen ein. Wir erreichen ein hübsches kleines Tal mit einem munteren Bächlein, das nicht nur den idyllischen Löschwasserteich, sondern auch noch einen etwas größeren Teich speist. Auf ihn schauen wir hinunter, wenn wir bei dem Löschwasserteich im scharfen Linksbogen bergan geführt werden.

Dann stoßen wir auf eine asphaltierte Forststraße, auf der wir, wenn wir nach links weiter wanderten, direkt zurück zum Parkplatz kämen. Doch dann würden wir ein weiteres schönes Panorama verpassen. Deshalb geht es nach rechts zum Waldrand. Jetzt liegt vor uns im Tal der Ort Sabbenhausen, dahinter ein Gebirgszug, dessen einzelne Erhebungen so hübsche Namen tragen wie Rauer Kopf und Ösenberg, Kalax-, Kloster- und Kielsberg. Ganz rechts steigt wieder der Schwalenberger Wald zum 430 Meter hohen Mörth an.

Etwa 100 Meter gehen wir jetzt zurück, um unsere Wanderung nach rechts in Waldrandnähe unter hohen Buchen und Eichen fortzusetzen. Dabei kommen wir zu dem Rundwanderweg B5, auf dem es nach rechts weiter geht oberhalb des recht lieblichen, von Erlen und Weiden belebten Wörmketals. Da die Wörmke südlich von Lügde in die Emmer fließt, gehören das Tal und der südöstliche Teil des Mosterholzes zum Naturschutzgebiet Emmer. Ein Schild weist darauf hin.

Vor diesem Schild biegen wir nach links ab, um nun oberhalb eines romantischen, zu beiden Seiten von Bergwänden begrenzten Tals nach Norden zu wandern. Auch unser Weg steigt an, bis wir schließlich die Höhe erreicht haben. Querwege beachten wir nicht und biegen erst bei einem erneut auf das Naturschutzgebiet hinweisenden Schild nach links ab. So erreichen wir wieder den Rundweg B5 und auf ihm nach rechts unseren Ausgangspunkt.




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