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Unbekannte entfernen Stecklinge aus dem Biotop an der Wallstraße / Nabu und Stadt schalten Polizei ein

Zum zweiten Mal verschwinden 40 Kopfweiden

Bad Münder (jhr). Die Nabu-Ortsgruppe Sünteltal sieht ihre Arbeit am Biotop an der Wallstraße massiv torpediert – bislang Unbekannte haben bereits zum zweiten Mal Kopfweiden-Stecklingen von der Fläche entfernt. Auch wenn 80 Stecklinge gestohlen wurden – es ist weniger der wirtschaftliche Schaden, den die Naturschützer beklagen, sondern die offensichtliche Nicht-Achtung ihrer Arbeit und des Bioptos.

Carlos Putz und andere junge Helfer haben den Nabu beim Setzen d

„Im Dezember haben wir die ersten 40 Stecklinge gesetzt, kurze Zeit später waren sie verschwunden“, erklärt Jens Becker, stellvertretender Vorsitzender der Ortsgruppe. In der vergangenen Woche nahmen Nabu-Mitglieder, darunter viele junge Helfer, einen neuen Anlauf: Wieder wurden rund 40 Stecklinge, rund dreieinhalb Meter lang und zehn Zentimeter stark, die vom Nabu-Gelände bei Böbber stammen, in die Erde gebracht. „Dienstagabend waren sie noch da, Mittwochabend verschwunden“, berichtet Becker, der nach dem ersten Vorfall das Biotop regelmäßig kontrollierte.

Er glaubt nicht an einen „Streich“ von Jugendlichen, aber auch nicht an einen einfachen Diebstahl. „Niemand klaut Stecklinge, um sich 80 Kopfweiden in seinen Garten zu pflanzen“, so Becker. Bürgermeisterin Silvia Nieber reagierte ausgesprochen verärgert auf die erneute Entfernung der Stecklinge. Die Stadt werde als Besitzerin des Biotop-Grundstücks die Polizei einschalten und Anzeige erstatten. „So etwas geht einfach nicht“, erklärt die Verwaltungschefin. Wie auch Becker weist sie auf die positive Entwicklung des Biotops mitten in der Stadt hin. „Wir können und wollen es nicht einzäunen. Die Fläche soll für die Menschen offen gehalten werden“, sagt sie. Becker weist auf den besonderen Schutz hin, den die Fläche genießt. Im „28-A-Biotop“ seien laut Niedersächsischem Naturschutzgesetz alle Handlungen untersagt, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung oder Zerstörung führen können.

Er weist darauf hin, dass die Kopfweiden sehr bewusst für die 2005 umgestaltete Fläche ausgewählt worden seien – auf dem Gelände wurden bei der jüngsten ornitologischen Untersuchung 30 verschiedene Vogelarten festgestellt, darunter seltene Exemplare wie der Eisvogel oder die Gebirgsstelze. Die Bäume sollen den Vögeln Rückzugsmöglichkeiten bieten. Einige Kopfweiden wurden auch am Hamelufer aufgestellt – sie sollten im Sommer für Schatten sorgen, wurden aber auch entfernt. „Wir können jetzt auch nicht einfach neue Stecklinge in die Erde setzen, jetzt müssen wir wieder bis zum Herbst warten“, erklärt Becker.



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