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Kyffhäuser in Grupenhagen feiern 130-jähriges Bestehen / Frauen waren schon früh dabei

Zum Jubiläum drei Verdienstkreuze

Grupenhagen. Die deutsche Nationalhymne, am Tag der Deutschen Einheit gemeinsam gesungen mit den zahlreich erschienenen Kameraden aus den Nachbarvereinen sowie vielen Gästen – feierlicher kann man sein 130-jähriges Bestehen wohl nicht begehen. Die Kyffhäuser-Kameradschaft Grupenhagen hatte den Tag gewählt, um ihr Jubiläum und gleichzeitig die 50 Jahre ihrer Frauengruppe gebührend zu feiern. Dabei wurde der Kriegerverein Grupenhagen eigentlich schon im Februar 1884 gegründet, von 22 Soldaten und vier Zivilisten aus Grupenhagen, Multhöpen und Schwöbber, wie der Vorsitzende Jörg Budde in seinem Rückblick ausführte. Berühmtestes Mitglied war Johann von Münchhausen (1838-1919) aus Schwöbber, der 1892 dem Kriegerverein Grupenhagen beitrat. „Im letzten Jahr feierte aber die Feuerwehr ihr Jubiläum, so sind wir als kleinere Organisation im Ort mit unserem Fest auf das Folgejahr ausgewichen“, erklärte Budde. Obwohl die Feuerwehr bei den Feierlichkeiten die Nase vorn hatte, nimmt die Kyffhäuserkameradschaft in Sachen Gleichberechtigung eine ganz deutliche Vorreiterrolle ein: Lange bevor die Blauröcke im Ort Frauen als Mitglieder zuließen, hatten die Kyffhäuserkameraden aus Grupenhagen das Potenzial entdeckt, „das in ihren besseren Hälfen bis dahin im Verborgenen schlummerte“, erinnerte Grupenhagens Ortsbürgermeister Friedhelm Senke in seinem Grußwort. „Die Frauengruppe der Kyffhäuserkameradschaft Grupenhagen ist nicht nur die älteste im Landkreis, sondern wahrscheinlich auch in ganz Niedersachsen“, sagte Renate Bennecke, die Frauenreferentin der örtlichen Kameradschaft.

Der kommissarische Landesvorsitzende Achim Stemme ging in seiner Rede auf die große Tradition des Kyffhäuserbundes ein. Es ist die 1900 gegründete Dachorganisation der deutschen Kriegervereine. Stemme hob die überragenden Leistungen der Sportschützen der Kameradschaft Grupenhagen sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene hervor. Genaue Endergebnisse lägen zwar noch nicht vor, aber soviel sei vorab verraten: „Die Bundesmeisterschaft ist für Grupenhagen sehr gut verlaufen“, so Stemme.

Der Grupenhäger Karl Pape steuerte einen interessanten geschichtlichen Beitrag zum Jubiläumsfest bei: Er berichtete, dass sein Großvater Heinrich Lübbecke bis zum Verbot des Kriegervereins durch die Nationalsozialisten 1943 Vorsitzender war. Auf seinem Hof wurden die Vereinsgewehre verwahrt. Als die Amerikaner am Ende des Zweiten Weltkrieges Grupenhagen erreichten, musste der Großvater die sieben Vereinsgewehre vor den Augen der Siegertruppen vernichten, ein Loch ausheben und die in viele Teile zerschlagenen Gewehre vergraben, schilderte der Senior. Er war Augenzeuge dieser Waffenvernichtung. Einzig die alte Kriegervereinsfahne konnte Heinrich Lübbecke auch über die Besatzungszeit hinweg in einem sicheren Versteck vor der Vernichtung bewahrten. 1961 wurde das Vereinsleben neu belebt und später in Kyffhäuser-Kameradschaft umbenannt.

Eine besondere Ehre wurde dem Vorsitzenden Jörg Budde sowie Oliver Schierholz zuteil. Sie bekamen von Stemme und dem Kreisvorsitzenden Hans-Joachim Krakowski das Kyffhäuser-Verdienstkreuz II. Klasse verliehen. Eine noch höhere Auszeichnung konnte Manfred Ritter entgegennehmen. Sein großes Engagement wurde mit dem Verdienstkreuz I. Klasse gewürdigt. sbr

Ausgezeichnet (v. li.): Jörg Budde und Oliver Schierholz (Verdienstkreuz II. Klasse) sowie Manfred Ritter

(I. Klasse).sbr




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