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Elke Krückeberg: Mit unvergesslichen Eindrücken in den Ruhestand / "Geht in Eurer Arbeit auf - und nicht in ihr unter"

Zum Abschied: Open-Air-Konzert für die Musiklehrerin

Obernkirchen (sig/rnk). Kaum zu glauben, dass sie bei ihrer ersten Vorstellung im Rektorzimmer schüchtern und zurückhaltend einer Männerriege gegenüberstand, die sie kurz, knapp und direkt fragte: "Was wollen Sie?" Solch forsche Fragen sind ihr später kaum noch gestellt worden, denn Elke Krückeberg erarbeitete sich schon nach kurzer Zeit in ihrem Beruf Anerkennung und Respekt - sowohl beiden Schülern als auch bei den Kollegen und Vorgesetzten. Jetzt wurde die dienstälteste Lehrerin der Grundschule, an der sie für die musikalische Ausbildung zuständig war, in den Ruhestand verabschiedet. Mit viel Lob - und einem Open-Air-Konzert, das ihr ehemalige Schüler schenkten.

Auch zwei akustische Gitarren können rocken: "Acoustic Moments".

"Du warst eine Kollegin, auf die man sich verlassen konnte, und eine Lehrerin, die ihr ganzes Vertrauen in ihre Schüler setzte; die vieles von ihnen verlangte, ihnen aber gleichzeitig Selbstbewusstsein und Spaß an der Tätigkeit vermittelte." Das waren sehr treffende Kernsätze aus der Laudatio des Rektors Wolfgang Fließ. Symptomatisch für ihr Selbstverständnis als Lehrkraft war die Aussage von Elke Krückeberg: "Meine Schüler können das!" Sie hat ihnen einfach viel zugetraut und sie so gefördert, dass dieser Anspruch am Ende einfach auch stimmte. Viele erinnern sich noch gern daran, dass die Musikpädagogin mit ihren Schülern das Musical "Cats" und schließlich auch noch die Oper "Hänsel und Gretel" aufgeführt hat. Ganz zu schweigen von der Vielzahl von Abschlussfeiern, die sie im Forum mit ihrer Schulband und mit Gesangsdarbietungen der Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll ausgestaltet hat. Rektor Fließ verschwieg in seiner Abschiedsrede nicht, dass es durchaus Situationen gab, in denen Elke Krückeberg nicht mehr die Sanfte, die Leise, die Zuhörende und Harmonische war. Dann vertrat sie ihre Sicht der Dinge mit großem Nachdruck. Jetzt trat sie nach einer 40 Jahre umfassenden Lehrtätigkeit an ein- und derselben Schule von der Bühne ab. Ungezählte junge Menschen sind von ihr an die Musik herangeführt worden, die sie später nicht mehr losgelassen hat. Als Kollege in der Ausbildung des Lehrernachwuchses lobte der ehemalige Leiter des Schulzentrums Helpsen, Peter Bekricht, die angehende Ruheständlerin. Sie sei eine sehr authentische und glaubwürdige Lehrerin gewesen. Elke Krückeberg machte es in ihrer letzten Ansprache kurz: "Schule aus, Ferien da; eigentlich sind Schule und Unterricht für mich nur noch eine Fiktion. Jetzt kommen Ferien ohne Ende." Bei der Schulleitung und bei den Kollegen bedankte sie sich für die gute Zusammenarbeit und empfahl ihnen das Motto: "Geht in Eurer Arbeit auf, aber nicht in ihr unter." Zum Abschied schenkten ihr dann ehemalige Schüler ein Open-Air-Festival. Die Idee entstand vor gut einem Jahr: Kirsten Schaper, ehemalige Schülerin und Sängerin der Schulband, traf im Schulzentrum ihre ehemalige Lehrerin, die ihr erzählte, dass sie in einem Jahr in den Ruhestand gehen werde. Und dieser Tag, so entschied Schaper, solle nicht sang- und klanglos über die Bühne gehen, sondern mit Pauken und Trompeten gefeiert werden. Seit März lief die Planung für das Festival, und da Harald Godau als Mitglied von "Saitensprung", "Acoustic Moments" und einst selbst Schüler bei Krückeberg, fast Nachbar war, stand schnell das Grundkonzept bald: Godau sollte mit "Saitensprung" und "Acoustic Moments" auftreten, dazu sollten noch ehemalige Schüler singen. Schaper griff dabei auf alte Kontakte zurück: Sonja Kappe etwa, die mit ihr in der Schulband einst sang - Kappe sagte sofort zu. Zydre Venckus zu gewinnen, war ebenfalls kein Problem: Sie ist eine ehemalige Gesangsschülerin von Schaper. Und so legten die drei und Nicole Kusnierski einen unvergesslich-wunderbaren Auftritt hin: etwas von Robbie Williams, eine so schöne Version von "Sailing", dass selbst dieser Schmachtfetzen hörenswert klang, eine Gänsehaut-Variante vom "House of the rising Sun" und den gemeinsam gesungenen Prince-Klassiker "Nothing compares 2 U" bewiesen, dass sie bei Elke Krückeberg durch eine prima Schule gegangen sind. "Saitensprung" selbst hatte abgesagt, damit fehlte dem Festival der Headliner, der mit seinen Top-40-Songs die rund 200 Zuschauern, die im Laufe des Abends vorbeischauten, rocken sollten. "Acoustic Moments"übernahmen dann diesen Part. Und das war recht mutig, denn zwei akustische Gitarren und ein Sänger haben es immer schwer auf der Bühne. Harald Godau und Frank Dickhut gaben ihr Bestes und spielten sich fast unplugged quer durch die Musikgeschichte. Songs von Bon Jovi, Whitesnake, den Ärzten, Him, Genesis, Ray Wilson oder David Bowie wurden in ganz neuer Art performt. Zumindest die Hälfte der Zuhörer ließ sich gern infizieren - und fand es toll. Anschließend durften bei der Jam-Session alle auf die Bühne, eine Feuershow von Kirsten und Jens Schaper sowie Marc Meimbresse und Frank Pagebeendete das Open-Air-Spektakel. Der Erlös des Konzertes wird der Schule gespendet: In Form einer E-Gitarre - damit die musikalische Nachwuchsausbildung niemals endet.

Gerührt: Nicole Kusnierski.
  • Gerührt: Nicole Kusnierski.
Intensiv: Zydre Venckus.
  • Intensiv: Zydre Venckus.
Eingespielt: Sonja Kappe (r.) und Kirsten Schaper. Fotos: rnk/si
  • Eingespielt: Sonja Kappe (r.) und Kirsten Schaper. Fotos: rnk/sig(2)/pr.
Danke für alles: Elke Krückeberg (l.) geht.
  • Danke für alles: Elke Krückeberg (l.) geht.
Improvisiert: Bei der Jam-Session dürfen alle.
  • Improvisiert: Bei der Jam-Session dürfen alle.
Gerührt: Nicole Kusnierski.
Intensiv: Zydre Venckus.
Eingespielt: Sonja Kappe (r.) und Kirsten Schaper. Fotos: rnk/si
Danke für alles: Elke Krückeberg (l.) geht.
Improvisiert: Bei der Jam-Session dürfen alle.


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