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Zum Abschied nochmals eine Premiere

Bad Münder. „Das ist schon wirklich ein ergreifender Augenblick, hier zu spielen, wo ich getauft und konfirmiert wurde“, gesteht Klaus Pawlowski gerührt. Mit dem Trio „Pawlowskisforte“ hat sich der ehemalige Sprachwissenschaftler in den vergangenen 30 Jahren weit über Südniedersachsen hinaus einen Namen gemacht. Seine Wurzel aber hat der heute 78-Jährige in Hachmühlen, Bad Münder und Hameln. Hier ist er zur Grund- und Realschule gegangen, hat sein Abitur gemacht und Schriftsetzer gelernt. „Ich habe mit ihm zusammen Tischtennis gespielt“, erinnert sich Gregor Kuhn. Der ist 83 Jahre alt und war von 1954 bis 1991 Stadtbaurat in Bad Münder. „Klaus und ich waren sogar Tischtennis-Doppelmeister im alten Kreis Springe.“ Ein „bisschen still“ sei der Klaus damals schon gewesen, erinnert Kuhn sich. Heute kann man sich das allerdings überhaupt nicht vorstellen, denn zusammen mit seinem Sohn Peter und der gemeinsamen Freundin Uschi Siemon entfachte der Kabarett-Senior auch zum Abschied in der St. Martini-Kirche mit einem „best-of“ noch einmal ganz große Kabarettkunst.

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„Zum Abschluss gibt´s jetzt sogar noch einmal eine Premiere“, witzelte der Satiriker, der auch für die Berliner TAZ in die Tasten greift. „Die Bundestagswahl hat uns ja alles durcheinander geschmissen. Können Sie sich etwa Kabarett ohne Brüderle und Westerwelle vorstellen?“ Eilig hat das Trio die seit Jahren bewährten Nummern aktualisiert, hat Namen ausgetauscht und Bezüge geändert. „Dabei haben wir gemerkt, dass die Namen austauschbar sind, Grundkonflikte und Themen aber gleich bleiben“, stellt Klaus Pawlowski fest.

Rund 80 Besucher waren zum finalen Programm „Der Abschied“ gekommen – sie erlebten die erwartete ideenreiche, wortgewaltige und witzige Kabarettrevue. Ob nun der mimisch von Peter Pawlowski exzellent dargestellte ferngesteuerte Politiker mit leichtem Softwareschaden, das große Weihnachts-Solo von Klaus Pawlowski im Arztkittel, die äußerst intelligenten Erlkönig-Variationen – ein Markenzeichen von „Pawlowskisforte“ – oder die bitterbösen Hartz-4-Satiren, wie immer blieben die Pawlowskis dem gekonnt gemachten Wort-Kabarett verpflichtet, zeigten, dass fernab jeglicher Comedy-Trivialitäten die satirische Reimkunst noch immer prächtige Blüten treiben kann. Allerdings war nach einer Zugabe dann mit einem „Gute Nacht Freunde“ endgültig der Abschied gekommen.

Trotz allem Wehmut aber hat der Optimismus des Klaus Pawlowski obsiegt. „Mit dem Abschied an diesem Ort ist für mich ein Traum wahr geworden, und vielleicht klappt´s ja auch noch mit einer Ehrenplakette an unserem Hauptspielort, dem Apex in Göttingen.“ Wer mag daran zweifeln.hzs

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