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„Zufriedenstellend ist das nicht“

Bad Münder. Keine Toten, aber mehr Schwerverletzte: Das ist das Ergebnis der Verkehrsunfall-Statistik 2012 der Polizei Bad Münder. Kommissariatsleiter Manfred Homann machen die aktuellen Zahlen nicht glücklich. Zwar freue er sich darüber, dass im vergangenen Jahr niemand auf den Straßen in und um die Kurstadt zu Tode gekommen sei – „aber der Anstieg bei den Unfällen mit Schwerverletzten ist nicht zufriedenstellend“.

Verkehrsunfallfolgen

Insgesamt nahmen die Polizeibeamten 651 Unfälle auf. Das sind 58 mehr als im Jahr zuvor. „Der höchste Wert seit 1991“, stellt Homann fest. „In unserem Einsatzbereich läuft die Entwicklung gegen den Trend.“ Auf Kreis- und Landesebene ist die Zahl der Unfälle – im Verhältnis – leicht gesunken.

Besonders das Plus bei den schweren Unfällen bereitet dem münderschen Polizeichef Sorgen. 2011 zählten die Beamten 19 solcher Zusammenstöße. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unfälle mit schwerem Personenschaden – so der Fachjargon – gestiegen.

Hauptursache sei nicht angepasste Geschwindigkeit, so Daniela Kempa, Leiterin des Einsatz- und Streifendienstes. Wenn dann noch ein Baum im Weg stehe, ende die Irrfahrt häufig mit lebensbedrohlichen Verletzungen. Aber auch Alkohol, Drogen und Mobiltelefone am Steuer seien weiterhin ein großes Problem. Um die Straßen im gesamten Stadtgebiet sicherer zu machen, setzt die Polizei vermehrt auf Überwachung. „Wir haben die Kontrollen verstärkt“, berichtet die Hauptkommissarin.

Die Kontrollen hätten auch noch eine andere erschreckende Erkenntnis ans Tageslicht gebracht, so Kempa weiter. Offenbar nehmen es viele Autofahrer mit dem Anschnallen nicht so genau. „Gefühlt, ist die Zahl der Gurtmuffel gestiegen.“ Und das, obwohl moderne Wagen ihren Fahrer mit einem eindringlichen Warngeräusch an das Anlegen des lebensrettenden Sicherheitsgurtes erinnern. Kempa: „Das Anschnallen kann man heutzutage gar nicht mehr vergessen.“

Unfallschwerpunkte gebe es im Raum Bad Münder nicht. „Das liegt auch daran, dass viele Gefahrenstellen baulich entschärft wurden. Die gemeldeten Unfälle verteilen sich über das Stadtgebiet“, sagt Homann. Typisch für die ländliche Region sei jedoch, dass die meisten Karambolagen außerorts passieren.

Von allen Verkehrsteilnehmern sind Kinder und Jugendliche, Fahranfänger und ältere Autofahrer besonders häufig in Unfälle verwickelt – auch in Bad Münder. Bei allen drei Risikogruppen verzeichneten die Ordnungshüter einen Anstieg. Besonders traurig: Es gab fünf schwer verletzte Kinder. „Eines von ihnen war mit dem Rad unterwegs, als es in einen Unfall verwickelt wurde“, erinnert sich Kempa. „Alle anderen waren Mitfahrer in einem Auto.“

Erfreulicherweise habe es in Bad Münder im vergangenen Jahr kaum Unfälle mit Radlern gegeben, so Homann. „Unser Fokus richtet sich daher auf die Autofahrer. Generell arbeite die Polizei in puncto Sicherheit auf den Straßen mit den zuständigen Behörden, der Unfallkommission und engagierten Vereinen, zum Beispiel der Verkehrswacht, zusammen. „Unser gemeinsames Anliegen ist es, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2020 um ein Drittel gegenüber 2010 zu verringern“, sagt Homann. „Verkehrssicherheit 2020“ heißt die Initiative. Der Polizeichef: „Ein hoch gestecktes Ziel, das wir erreichen wollen.“ch



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