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Zu viel Fisch im Teich

Bad Münder. Goldig, wie sie da schwimmen. Großeltern und Kinder werfen tütenweise Brot und Brötchen in den Feuerteich an der Obertorstraße und freuen sich über den großen Schwarm Fische, der sich über die Backwaren hermacht. Dirk Hitzemann von der Stadt hingegen schaudert beim Gedanken an die Folgen: Ungeziefer wie Ratten werden zur Mahlzeit geladen. Noch größer ist allerdings das Fisch-Problem. In den vergangenen Monaten hat sich insbesondere die Zahl der Goldfische dramatisch vermehrt. „Und zwar nicht nur auf natürlichem Wege. Plastiktüten im Wasser lassen darauf schließen, dass viele Fische ausgesetzt werden“, sagt Hitzemann, in dessen Zuständigkeitsbereich der Teich fällt. „Kein Fisch muss in diesem Teich verhungern. Die Fütterungen sind kontraproduktiv“, klagt Hitzemann. Auf 500 bis 600 Fische, nicht mitgezählt den kleinen Fisch-Nachwuchs, schätzt Stefan Rüter, Gewässerwart des Hamelner Sportfischervereins, den Besatz des kleinen Löschteiches. Auch Karpfen, Rotaugen, Karauschen und Schleierschwänze sind zu beobachten.

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Noch rechtzeitig vor dem Winter will die Stadt das Fisch-Problem angehen – und hat dabei den Hamelner Sportfischerverein um Hilfe gebeten. Gemeinsam mit einigen Vereinskollegen wird Rüter, selbst Münderaner, die Stadt am kommenden Sonnabend, 2. November, unterstützen. Rüter ist geprüfter Elektrofischer, mit bis zu drei Geräten soll der Teich abgefischt werden. Goldfische wandern in den oberen Kurparksee oder werden an Interessenten abgegeben, die anderen Fische werden die Angler in ihren Teichen ausbringen. Beim Elektrofischen handelt es sich um eine weitverbreitete und schonende Methode zum Fang von Fischen. Die Angler setzen Strom ein, um die Fische an die Wasseroberfläche zu befördern und mit einem Kescher fangen zu können. Das Elektrofischen wird von den Hamelner Anglern zumeist zum wissenschaftlichen Fischfang genutzt – beispielsweise zur Feststellung der Vorkommen in bestimmten Gewässern.

Für Hitzemann ist wichtig, dass der Großteil der Fische aus dem Teich kommt, bevor der wieder zufriert. Erst vor drei Jahren war im Winter mit großem Aufwand und Unterstützung der Feuerwehr sauerstoffreiches Wasser unter das Eis des zugefrorenen Teiches gespritzt worden, um ein großes Fischsterben noch zu verhindern.

Die gefangenen Goldfische will die Stadt abgeben, beispielsweise für private Gartenteiche. Ab 10.30 Uhr sollten sich am 2. November Interessenten mit geeigneten Transportgefäßen am Feuerteich einfinden.jhr

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