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Zirkus bricht seine Zelte nicht ab

Bad Münder. „Der Zirkus kommt“ – die Zeit, in der diese Ankündigung für Begeisterungsstürme in den Städten sorgte, sind vorbei. Früher war der Zirkus eine Attraktion, heute sind die Stadtverwaltungen landauf, landab froh, wenn das Unternehmen nach den Vorstellungen auch weiterzieht. Doch genau das passiert derzeit in Bad Münder nicht.

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„Wir haben den Zirkus schriftlich aufgefordert, den Festplatz zu räumen und eine Frist gesetzt“, erklärt Bürgermeister Hartmut Büttner auf NDZ-Nachfrage. Bereits seit einigen Tagen beschäftigt ihn und andere Mitarbeiter der Verwaltung das Zirkus-Problem.

Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen: Vom 15. bis 18. August wollte der Zirkus Sarani Royal auf dem Festplatz an der Lindenallee gastieren, fünf Vorstellungen geben. Tierdressuren und Akrobatik kündigte ein Mitglied des Ensembles an, Ermäßigungskarten für den Eintritt wurden an mündersche Geschäfte verteilt. Der Zirkus schloss mit der Stadt den üblichen Vertrag zur Nutzung des Platzes ab. Zum vorgesehenen Ende des Gastspiels überraschte der Zirkus dann verdutzte Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit einer ungewöhnlichen Forderung: Eine Zugmaschine sei defekt und müsse repariert werden, doch das Geld für die Reparatur sei nicht vorhanden. Die Stadt möge die Rechnung begleichen. Dem Vernehmen nach sollen Vertreter des Zirkus die Stadt offen unter Druck gesetzt haben: Entweder, die Stadt greife dem Zirkus finanziell unter die Arme – oder er bleibe, wo er ist. Von „Erpressung“ ist auf den Rathausfluren die Rede, Mitarbeiter fühlen sich durch das Auftreten von Zirkusmitgliedern bedroht. Büttner versuchte im Gespräch mit Vertretern der Zirkusfamilie andere Lösungen zu finden, vermittelte Kontakt zu anderen Behörden – offensichtlich jedoch ohne Erfolg.

Nachbarn beschweren sich inzwischen über die hygienischen Verhältnisse am Festplatz. Für Oktober hat die Stadt den Festplatz vergeben, dann soll dort die Deister-Kirmes stattfinden.

Die Erfahrung, die die Stadtverwaltung gerade am Festplatz macht, ist allerdings kein Einzelfall. Immer wieder sehen sich Kommunen mit Zirkusunternehmen konfrontiert, denen das Geld ausgeht und die Unterstützung durch Kommunen einfordern. Mal geht es um Futter für die Tiere, dann wieder um Reparaturen an Fahrzeugen. Aktuell befasst sich auch das Ordnungsamt der Stadt Lügde mit einem Zirkus, der nach einem Gastspiel nicht weiterreist.

Die für die Pressearbeit zuständige Mitarbeiterin des Zirkus war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.jhr



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