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Bürgermeister Hartmut Büttner zieht nach 100 Tagen im Amt Bilanz / Viele Termine absolviert

Ziele im Blick: „Vor der Ernte steht die Saat“

Bad Münder (lil). Die Münderaner haben am 26. Februar ihren neuen Bürgermeister gewählt, zwei Tage später wurde Hartmut Büttner (SPD) vereidigt, und seine Amtszeit begann. Wie aber ist es dem 45-Jährigen seitdem in Bad Münder ergangen? NDZ-Redakteurin Lilian Bertram hat Büttner 100 Tage nach seiner Vereidigung in seinem Büro im Steinhof getroffen.

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Blumen oder Präsente stehen nicht auf seinem Schreibtisch. Auch habe er keine Glückwünsche zum 100. Tag im Amt erhalten, sagt Büttner augenzwinkernd. Einzig neu an seinem Arbeitsplatz sind die Bilder einer Kastanie aus der Gemarkung Hessisch Oldendorf. „Das ist ein Abschiedsgeschenk“, sagt der Bürgermeister, der zuvor als Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Hessisch Oldendorf tätig war.

Sonst aber schaut der 45-Jährige nach vorn. „In der ersten Zeit ist eine Orientierung erforderlich, und die Integration in die Verwaltung muss weiter wachsen.“ Die zwei Standorte Steinhof und Rathaus begünstigten diese Entwicklung nicht gerade, hat der Verwaltungschef festgestellt.

Nachdem Marcus Westphal nach Unstimmigkeiten mit Büttner gleich in der ersten Woche darum bat, vom Amt des allgemeinen Stellvertreters entbunden zu werden, steht der Verwaltungschef noch immer vor einem gigantischen Personalproblem. „Die Suche dauert an“, sagt er. Er hoffe, „eine Lösung von innen heraus“ zu entwickeln.

In den vergangenen 100 Tagen hat Büttner unzählige und „tendenziell zu viele“ Termine absolviert, vor- und nachbereitet. Wunder aber kann auch ein neuer Bürgermeister nicht in der Stadt Bad Münder vollbringen. „Vor der Ernte steht die Saat“, zieht Büttner den Vergleich. Bevor sich ein Erfolg einstellt, brauche es Fleiß und Beharrlichkeit. „Außerdem ist die finanzielle Situation eine besondere. Wir müssen uns vertragskonform verhalten.“

Seine Ziele, für die er im Wahlkampf eingestanden ist, sind dieselben geblieben. „Ich habe grundsätzlich nichts erkannt, von dem ich Abstand nehmen müsste“, betont Büttner. Oben auf seiner Liste steht noch immer das Thema Stadtmarketing. „Dafür müssen wir Partner gewinnen“, weiß der Verwaltungschef. Büttner ist es wichtig, dass Bad Münder an seinen Stärken wächst und „sich nicht der Beliebigkeit hingibt“. Auch beschäftigt ihn die Nachnutzung der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Schule sowie der Astrid-Lindgren-Schule. Und: Bei der Schließung eines Grundschulstandorts müsse es weitergehen.

Ein geeignetes Haus vorzugsweise in der Kernstadt hat sich für Büttner und seine Familie noch nicht gefunden. Seine Lebensmittelpunkt habe sich dennoch bereits nach Bad Münder verlagert, sagt er. „Den Großteil meiner aktiven Zeit verbringe ich hier.“

Dass Büttner morgens von seiner Heimatstadt Hameln nun in eine andere Richtung zur Arbeit fährt, ist die geringste Veränderung in seinem Leben. Die Verantwortung habe sich deutlich erhöht, der Zeitaufwand sei intensiver als vorher, sagt er, denn sein Amt bedeute „mehr zwei Arbeitsplätze als einen“. Hinzu kommt, dass er zuvor 132 Tage Wahlkampf geleistet hatte. „Das hat alles Kraft gekostet“, sagt er. Und: „Meine Familie muss sich jetzt stärker ohne mich organisieren.“ Die Unterstützung seiner Frau und seiner beiden Töchter ist ihm dennoch sicher.

Im Wahlkampf hat sich der 45-Jährige die Füße platt gelaufen, um sich bei allen Einwohnern in den Ortsteilen vorzustellen. Seit er im Amt ist, verbringt der Bürgermeister die meiste Zeit in seinem Büro. Wie aber will er sich die Nähe zu den Bürgern bewahren? Gegen eine Sprechstunde habe er sich zurzeit ganz bewusst entschieden, so Büttner. „Ich bin bereit, Anfragen von Bürgern telefonisch oder per E-Mail zu beantworten.“ Er fügt hinzu: „Meine Vorstellung geht aber dahin, wieder stärker auf die Leute auf der Straße zuzugehen.“



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