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Musikschul-Verantwortliche nutzen den Besuch von Minister Lutz Stratmann, um finanzielle Förderung anzusprechen

Ziel der JMS: „Professionalisierung in allen Bereichen“

Bad Münder (jhr). Der Besuch eines Ministers ist immer ein bisschen so wie der Besuch des reichen Onkels aus Amerika: Der (vermeintlich) gut gefüllte Geldbeutel weckt Begehrlichkeiten. Und selbst wenn der Onkel/Minister keine großen Geschenke im Gepäck hat, nutzen die Gastgeber doch die Gelegenheit dazu, auf die Ecken und Enden hinzuweisen, wo eine kleine Finanzspritze Wunder wirken könnte.

Rockige Unterhaltung für den Minister: Leonard Stimpfle trommelt

So auch beim gestrigen Besuch von Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, in der Jugendmusikschule Bad Münder. Vermittelt von der Landtagsabgeordneten Ursula Körtner (CDU) informierte sich Stratmann über das Angebot und die Struktur der münderschen Einrichtung. In lockerer Gesprächsrunde plauderte er mit Landrat Rüdiger Butte, Körtner und ihrem Landtagskollegen Ulrich Watermann, dem stellvertretenden Bürgermeister Hans-Ulrich Siegmund und der Kulturausschussvorsitzenden Petra Joumaah. Klaus Bredl, Geschäftsführer des Verbandes niedersächsischer Musikschulen sowie Musikschulleiter Timo Christian und Geschäftsführer Andreas Seidel rundeten das Podium ab.

Gleich zu Beginn des Treffens entdeckten die Gesprächspartner gemeinsame Standpunkte: Musikalische Früherziehung sei wie auch Sport im Verein in der Lage, junge Menschen emotional zu stärken, ihr Selbstbewusstsein, ihr Selbstwertgefühl und ihre Sensibilität zu fördern – Aspekte, die gerade nach dem Amoklauf von Winnenden verstärkt diskutiert werden. „Wir wissen genau, was mit Musik bewirkt werden kann“, erklärte Stratmann, leitete zu einem Projekt über, das er am Morgen in Bad Pyrmont gestartet hatte: „Musikland Niedersachsen – Wir machen die Musik“. Durch die Kooperation von Musikschulen mit Kindertageseinrichtungen und mit allgemein bildenden Schulen sollen möglichst viele Kinder so früh wie möglich mit musikalischen Angeboten erreicht werden. Die Zeit bis zum zehnten Lebensjahr sei die wichtigste Zeit im Leben eines Kindes, betonte Stratmann. „Wir wollen versuchen, jedes Kind ein Instrument lernen zu lassen.“

Musikschulleiter Christian stellte die Ziele der JMS vor – beispielsweise die Beteiligung am gerade gestarteten Projekt „Wir machen die Musik“, aber auch die angestrebte Kooperation mit der KGS Bad Münder und die Ausdehnung des Angebotes in die Bereiche Coppenbrügge und Salzhemmendorf. Auch die „Professionalisierung in allen Bereichen“ und die Verbesserung der finanziellen Situation führte er an.

Auf mögliche finanzielle Unterstützung des Landes angesprochen entgegnete Stratmann, dass die mündersche Einrichtung zwar zu den kleinsten Musikschulen in Niedersachsen gehöre („Gleich nach Schiffdorf“), bei der Förderung aber relativ weit oben in der Tabelle stehe. Seine Nachfrage, ob die JMS denn Miete an den Landkreis zahle, wurde vom Vorstand mit „Ja“ beantwortet – Körtner und Watermann kündigten an, mit ihren Kollegen im Kreistag über eine „nachvollziehbare“ und „gleichgeartete“ Förderung für alle Musikschulen im Kreis sprechen zu wollen, „Wir kriegen da eine Lösung hin“, so Watermann.

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