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800 Fans feiern Ultravox im Capitol / Elektropop auf höchstem Niveau

„Ziehväter der Synthesizer-Bands“ auf Reunion-Tour

Eigentlich war nichts geplant – 20 Jahre nach Auflösung von Ultravox trafen sich Midge Ure, Chris Cross, Billy Currie und Warren Cann 2008 zu einem Gedankenaustausch, der letztendlich dazu führte, dass man zunächst einige Konzerte spielte. Angespornt durch die überaus positiven Reaktionen, entschloss man sich, unter anderem auch auf eine ausgedehnte Europa-Tournee zu gehen.

Midge Ure – auch nach 30 Jahren noch Motor und Aushängesch

Dementsprechend hoch war auch die Erwartungshaltung der Fans im Capitol, die insbesondere auf den Sound der einstigen Elektropop-Helden gespannt waren. Während man sich in den 80ern mit noch nicht ausgereiften Synthesizern auf der Bühne rumärgern musste, liefert heute eine verbesserte Technologie ein optimales Klanggebilde.

Obwohl Chris Cross ab und an den Viersaiter zupft, Warren Cann seine Schießbude quält, Bill Currie zur Violine greift und Midge Ure sich bei einigen Stücken die Gitarre umhängt, sorgen überwiegend drei Keyboards und ein Drum-Computer für den typischen Ultravox-Sound.

Mit „New Europeans“ und „Passing Strangers“ präsentieren die vier Akteure zu Beginn des Konzerts zwei Songs aus dem „Vienna“-Album, das 1980 die Hochphase der Gruppe einläutete. Das war auch der Zeitpunkt, als Midge Ure den früheren Frontmann John Foxx ablöste und der Band den lang herbei gesehnten kommerziellen Erfolg brachte.

Doch so richtig wollte der berühmte Funke von der Band auf die Fans nicht überspringen. Erst als die Formation ihre Elektropop-Hymen aus der Schatulle kramt, taut die Fangemeinde auf. Wieder einmal mehr beweist sich Midge Ure als begnadeter Performer, der mit seiner akzentuierenden Stimme insbesondere dem Übersong „Vienna“ sein Gütesiegel aufdrückt. Insbesondere bei den Ultravox-Perlen „Dancing With Tears In My Eyes, „Hym“ oder „Reap The Wild Wind“ läuft der gebürtige Schotte und „Officer Of The British Empire“ zur Höchstform auf.

1980 erklärte Ure, dass er mit Ultravox da angekommen sei, wo er immer hin wollte. Schon damals verstand es der Musiker Synthesizer, Elektro-Gitarre und Schlagzeug nahtlos miteinander zu vereinen und aus dieser musikalischen Masse Songs für die Ewigkeit zu formen.

Mit „Sleepwalk“ und „The Voice“ schickt Ultravox die knapp 800 Fans dann auf den Nachhauseweg.

Es bleibt abzuwarten, ob man die Band in dieser Besetzung noch einmal live auf der Bühne bewundern wird – schön wär’s allemal.



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