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Vor Gericht: Haft für Wiederholungstäter / Mit Bierglas auf anderen Mann losgegangen

Zeit zum Nachdenkenüber Schläge im Suff

Obernkirchen/Bückeburg (ly). Und jetzt ist Schluss: Nach wiederholtenÜbergriffen unter Alkoholeinfluss sitzt ein Schläger (31) aus Obernkirchen in Haft. Eine viermonatige Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung ist widerrufen worden und wird zurzeit vollstreckt, weil der Angeklagte rückfällig geworden war. Doch das ist längst nicht alles.

Ebenfalls wegen Körperverletzung hat das Bückeburger Amtsgericht gegen den Häftling jetzt noch einmal neun Monate Gefängnis verhängt, wobei eine vorausgegangene Strafe (sechs Monate) in ähnlicher Sache einbezogen wurde - inklusive Rabatt. Als wahrscheinlich gilt obendrein der Widerruf von weiteren drei Monaten auf Bewährung. Macht unterm Strich ein Jahr Nachschlag. Körperverletzung taucht in der dicken Strafakte des Obernkircheners (zwölf Eintragungen im Register) gehäuft auf, zusammen mehr als ein halbes Dutzend Mal. Vertreten sind aber auch Delikte wie Diebstahl, Hehlerei, schwerer Raub, Betrug, Nötigung oder Urkundenfälschung. Einen Beruf hat der 31-Jährige nicht erlernt. Vor Gericht gibt er sich in der Regel recht einsilbig, was auch daran liegen mag, dass die Taten zumindest teilweise im Alkoholnebel seiner Erinnerung verschwunden sind. Der Suff is t sein größtes Problem. "Sie müssen ihre Gewaltbereitschaft und die Sache mit dem Alkohol in den Griff kriegen", gab Richter Armin Böhm dem Obernkirchener mit auf den Weg zurück ins Gefängnis. "Nutzen Sie alle Möglichkeiten, die ihnen die Justizvollzugsanstalt bietet. Sonst sind die Monate in der Haft vertane Zeit." Das will er ja. "Mein Mandant hat sein Unrecht eingesehen und möchte ein neues Leben beginnen", wie Verteidiger Stephan Schuster versicherte. In Freiheit war der 31-Jährige zuletzt im August vergangenen Jahres in eine Schlägerei verwickelt. Mit einem Bierglas war er gegen Mitternacht vor einer Imbissbude in der Bergstadt auf einen anderen Mann losgegangen und hatte diesen auf den Hinterkopf geschlagen. Motiv: "Der Angeklagte wollte bei einem Streit eingreifen", so Staatsanwalt Günter Wilkening. Nur drei Monate zuvor, am Himmelfahrtstag, hatte dieser bei der "Vati-Party" in Bückeburg-Rusbend grundlos einen jungen Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen und verletzt. Mit dem Urteil ist der Obernkirchener noch gut bedient. Einen Betrugsfall hatte das Gericht während der Verhandlung nämlich eingestellt, weil eine zusätzliche Verurteilung in diesem Punkt kaum weiter ins Gewicht gefallen wäre. In einem Internet-Auktionshaus soll der Arbeitslose ein Handy für 436 Euro versteigert und das Geld kassiert haben, ohne die Ware zu liefern. Übrigens: Von der Haft ist der 31-Jährige nach Einschätzung Richter Böhms "schon beeindruckt".



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