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Zum Jahreswechsel 2002 wurden die ersten Euro-Scheine ausgegeben

Zehn Jahre: Happy Birthday, Euro!

Bad Münder (jhr). Vor zehn Jahren wurde der Euro eingeführt. Damals bildeten sich Schlangen vor Geldautomaten und Kassenbereichen. Alle wollten die neue Währung. Zehn Jahre später ist die Euphorie verflogen. Häufig ertönt der Ruf nach der „guten alten D-Mark“. Doch die hat heute nur noch als Papiergeld Wert – und wird zum Umrechnungskurs von 1,95583 Mark für einen Euro getauscht.

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Ein beliebtes Geschenk anno Weihnachten 2001 war das „Euro-Starter-Kit“. „Das gab’s damals kurz vor Weihnachten“, erinnert sich Regine Hiller. Ihr Vater sei damals sofort zur Bank und habe für die Familie die ersten Euro-Münzen gesichert. Ihres hat sie heute noch.

Die Banken und Sparkassen bereiteten sich damals zum Jahreswechsel auf einen wahren Ansturm vor. In der Silvesternacht gab es die ersten Scheine aus den Geldautomaten. Es war E-Day, Euro-Tag. Während in anderen Silvesterjahren neuer Sekt geköpft wurde, wurde nun neues Geld geholt – und bestaunt. „Erst die Jahr-2000-Umstellung mit ihren befürchteten Computerproblemen und dann die Euro-Umstellung – das war schon spannend damals“, sagt Stefan Markwirth, Vorstand der Volksbank Bad Münder. Der logistische Aufwand für den Währungswechsel sei enorm gewesen. Die Banken lagerten damals riesige Bargeldbeträge ein, um auf die Umtausch-Flut vorbereitet zu sein. Die Polizei tüftelte Routen für Geldtransporte aus und erhöhte die Sicherungsmaßnahmen rund um die Banken und Sparkassen. „Ich hoffe, dass das mein einziger Währungswechsel bleibt“, schmunzelt Markwirth – und ist damit schnell beim aktuellen Euro-Dilemma: „Wir müssen froh sein, dass es den Euro gibt“, stellt er heraus. Eine Auffassung, die auch der Marktbereichsleiter der Sparkasse Weserbergland Jens Hahne teilt. Der Euro habe Stabilität gebracht, ohne ihn wäre die Mark zum Gegenstand von Spekulationen geworden wie der schweizer Franken. „Im Nachhinein hätte man damals allerdings Aspekte wie die Aufnahme in die Euro-Zone besser regeln müssen – heute muss Schwerstarbeit geleistet werden, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen.“

Kunden, die aktuelle Euro-Beträge in Mark umrechnen, erleben beide Banker. „Gerade erst hat mir ein Kunde erzählt, dass er sich für 30 000 Euro ein Auto gekauft habe – und 60 000 Mark nie für ein Auto ausgegeben hätte“, berichtet Markwirth.



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