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Rutscht Beteiligung unter 50 Prozent?

Zahl heimischer Briefwähler sinkt um ein Viertel

Landkreis (ssr/kcg). Schaumburgs Wahlberechtigte haben offenbar nur ein geringes Interesse an der morgigen Landtagswahl. Im Vergleich mit der Abstimmung vor fünf Jahren haben deutlich weniger Wahlbürger per Briefwahl abgestimmt als bei der vorigen Landtagswahl.

Kreisweit sei ein Rückgang bei den Briefwählern um ungefähr ein Viertel zu verzeichnen, sagte Kreiswahlleiterin Karola Spillmann. Konkret: Während bei der Landtagswahl 2003 rund 7990 Wahlscheine per Post im Landkreis eingegangen waren, wurden 2008 nur 5984 Briefwahlunterlagen rausgeschickt. Von der geringen Briefwahlbeteiligung auf die generelle Wahlbeteiligung zu schließen, sei jedoch "Kaffesatzleserei", so Spillmann. Dennoch rechnet sie nicht damit, dass die Wahlbeteiligung an die landesweite 67-Prozent-Marke von 2003 heranreicht. Die Tendenz auf Kreisebene spiegelt sich auch in den Kommunen wider. So ging die Zahl der Briefwähler in Rinteln um ein Viertel zurück, während sie in Stadthagen und in der Samtgemeinde Lindhorst sogar jeweils um ein Drittel gesunken ist. "Meine Einschätzung für die Wahl am Sonntag ist, dass die Beteiligung noch unter 50 Prozent liegt", sagte Wolfgang Fischer von der Samtgemeinde Lindhorst. Auch Horst Buchholz, für die Wahlen in Bückeburg zuständig, rechnet nicht damit, dass die Zahl der Wähler an das Ergebnis von vor fünf Jahren heranreichen wird. In Bückeburg wurden 1187 Wahlscheine verschickt - rund 350 weniger als 2003. "Etliche Bürger sind gerne bereit zu kritisieren. In demselben Maße wie man kritisiert, sollte man aber auch an der Wahl teilnehmen", mahnte Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier. Landesbischof Jürgen Johannesdotter sagte: "Als Christen stehen wir nicht außerhalb der Welt. Mit der Teilnahme an der Wahl nehmen wir unsere Verantwortung für die Gesellschaft wahr, die auf der Grundlage einer demokratischen Verfassung für Freiheit und Gleichberechtigung eintritt". Auch Steffen Holz, für Schaumburg zuständiger Sekretär des DGB, rief zur Wahl auf: "Wählen gehen heißt mitgestalten", sagte er. "Ich halte es für ungemein wichtig, dass die Bürger in einer repräsentativen Demokratie ihr Wahlrecht ausüben", formulierte Hermann Stoevesandt, Schaumburger Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer: "Ich bitte insbesondere junge Menschen, zur Wahlurne zu gehen."

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