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Was man im Kindergarten alles lernen kann / Auch Einkaufen und Kochen

Wonach riecht die Luft, und wozu braucht man eigentlich Wasser?

Obernkirchen (sig). Nach dem Wegfall der Vorschule ist die Bedeutung der Kindertagesstätten noch weiter gewachsen. Durch zusätzliche Ausbildungen haben sich die Erzieherinnen auf die neuen Aufgaben vorbereitet, die auf sie zugekommen sind. Und das heißt: Fünfjährige Jungen und Mädchen müssen jetzt im Kindergarten gezielt auf den Beginn ihrer Schulzeit vorbereitet werden. Gleiches gilt auch für den Spielkreis der evangelischen Kirchengemeinde in der Bergstadt.

Ina Weimer. Foto: sig

Die Leiterin Ina Weimer (37) besitzt einen nicht unwichtigen Vorteil - sie war nämlich in ihrer früheren Heimat Kasachstan Grundschullehrerin und besitzt zwei schulpflichtige Töchter, die inzwischen aber schon das Gymnasium besuchen. Sie hat vor einem Jahr die Nachfolge von Angelika Behnfeldt angetreten, die eine neue Aufgabe in Rinteln übernahm. Zusammen mit den bewährten Erzieherinnen Gaby Polster und Angelika Pfänder kümmert sich Ina Weimer um die rund 20 Jungen und Mädchen zwischen drei und sechs Jahren, die vormittags den als Kindergarten geführten Spielkreis in der Roten Schule besuchen. "Wir sind sehr froh, so schnell eine Nachfolgelösung gefunden zu haben; dieses Trio unter der Leitung von Frau Weimer leistet hier eine sehr gute Arbeit", versichert Pastor Wilhelm Meinberg. An zwei Tagen in der Woche gibt es ein besonderes Vorschulangebot. Da werden die Kinder auf sehr kreative und spielerische Art und Weise an die Welt der Zahlen herangeführt. Nicht minder wichtig ist die sprachliche Fortbildung; da gibt es bei Bedarf sogar Einzelförderung. Unter anderem mit Hilfe von Bildern, deren Aussage sie schildern, lernen die Vorschüler, sich zusammenhängend und verständlich auszudrücken. Zusätzlich können sie beim Bedienen einer Schreibmaschine Buchstaben erkennen und erlernen. Zur Vorbereitung auf die weiteren Anforderungen des Lebens gehören Besuche bei der Polizei, bei der Feuerwehr, beim Zahnarzt und natürlich in der Grundschule. Auch mit den Besonderheiten der vier wichtigen Elemente (Wasser, Luft, Feuer und Erde) befassen sich die Kinder. Wie riecht zum Beispiel die Luft oder Regen, Tee oder eine ausgepustete Kerze? Außerdem ist die Förderung der motorischen Fähigkeiten sowie des Hören und Sehens besonders wichtig. Beim wöchentlichen Wandertag im Sonnenbrink oder Stiftswald gibt es viel zu sehen und zu hören. Die Kinder nehmen Lupen mit, um die krabbelnden Insekten zu beobachten. Sie sammeln auch Früchte und Blätter, die sie pressen und trocknen. Freitags wird im Gymnastikraum des Sonnenbrinkbades geturnt. Und einmal im Monat gibt es einen Kochtag. Da dürfen die Kinder im Vorfeld beraten, was sie sich wünschen und auch den Einkauf vornehmen. Der Einkaufszettel wird nicht beschrieben sondern bemalt. Etliche Zutaten für ihre Gerichte holten sich die Kinder vom Wochenmarkt. Damit die Jungen und Mädchen auch das Diskutieren und die dabei einzuhaltenden Regeln frühzeitig lernen, findet jeweils am Freitag eine Kinderkonferenz statt. Dabei darf jeder sagen, was ihm am Angebot der abgelaufenen Woche gefallen hat oder nicht. Natürlich wird auch beim gemeinsamen Essen auf gute Tischsitten geachtet. Ein Dankgebet gehört dazu. Und alle zwei Wochen findet zusätzlich eine Andacht mit den Seelsorgern Herbert Schwiegk oder Wilhelm Meinberg statt.

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