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"Strickdiele" besteht seit 25 Jahren / Fertigung im Kundenauftrag

Wolliges Hobby wird zum Beruf

Stadthagen (sk). Ein kleines Geschäft feiert an der Obernstraße sein 25-jähriges Bestehen: "Die Strickdiele", gegründet am 16. August 1983.

An der schmalen Schaufensterfront der "Strickdiele" gehen täglich Hunderte Passanten vorbei, manche vielleicht mit einem zweifelnden Blick: Ein Wollladen - lohnt sich das heute noch? Wer kauft noch Wolle? Wer strickt noch? Lernen die Kinder in der Schule heute noch, einen Topflappen zu häkeln? Wie viele Strümpfe strickende Omis gibt es noch? Es muss sie noch geben. Nichts ist auf Adventsbasaren landauf landab so begehrt wie handgestrickte Strümpfe. Diese fertigen nicht nur Frauen über 70. Und es werden nicht nur Socken gestrickt, auch Pullover, Westen, Schals, Babyjäckchen, Mützen. Das bestätigt die Obernkirchenerin Monika Rippe-Weinhardt, die die "Strickdiele" seit vier Jahren führt. Inhaber ist Ehemann Bernd Weinhardt. Die Qualität der handgestrickten Ware - "Für Kinder gibt es kaum noch Wollsachen", so Rippe-Weinhardt mit Blick auf industrielle Fertigung -, der Wunsch nach individueller Kleidung und die Lust am "bestrickenden" Hobby sorgen für den Bestand der "Strickdiele". Mit Rippe-Weinhardt steht eine Fachfrau hinter der Ladentheke. "Ich habe immer gestrickt", erinnert sich die heute 52-Jährige, die den Umgang mit Wolle und Nadeln durch eine "Verzweiflungstat meiner Mutter" gelernt hat. Als Kleinkind sei sie, die Tochter, sehr viel krank gewesen und habe oft nicht mit den anderen Kindern draußen spielen können. So brachte die Mutter der fünfjährigen Tochter das Stricken bei. Die Beschäftigungstherapie wuchs sich mit zum geliebten Hobby aus. Die Wolle kaufte Monika Rippe-Weinhardt später immer bei Margot Bey. Vor 25 Jahren, als das Hobby besonders boomte, hatte die Stadthägerin mit einer Partnerin in der Krummen Straße ein Wollgeschäft eröffnet. Aus privaten Gründen schied die Mitstreiterin bald wieder aus. Ein paar Jahre später zog MargotBey mit ihrer "Strickdiele" an die Obernstraße um, wo sie noch zwei Mal den Standort wechselte. Im Sommer 2003 plante die damals 65-Jährige Margot Bey den Rückzug aus dem Geschäftsleben und fragte ihre Stammkundin Monika Rippe-Weinhardt, ob diese die "Strickdiele" übernehmen wolle. Die Obernkirchenerin, bislang als Buchhalterin tätig, ließ sich vom Ehemann ermutigen und sagte zu. Ihre Entscheidung hat Monika Rippe-Weinhardt nicht bereut. Die Geschäftsfrau: "Es ist schön, wenn man das Hobby zum Beruf gemacht hat."




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