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Landkreis legt ehrgeizige Pläne für Nachnutzung des Krankenhaus-Areals vor

Wohnquartier mit „Gesundheitscampus“

Stadthagen. Was wird aus dem heutigen Krankenhaus-Areal, wenn der Klinikbetrieb 2016 nach Vehlen zieht? Auf diese Frage gibt es nun offenbar eine Antwort. In Abstimmung mit der Stadt will der Landkreis dort als Immobilieneigentümer den Grundstein für ein Wohngebiet legen – kombiniert mit medizinischen Einrichtungen.

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Landrat Jörg Farr und Klinikumsgeschäftsführer Claus Eppmann bestätigten entsprechende Überlegungen. Mit Blick auf die künftige medizinische Versorgung im Kreis spricht Eppmann von einer „dezentralen Zentralisierung“. Soll heißen: Neben dem neuen Großklinikum soll es „auch an der Peripherie“ eine Konzentration von Angeboten geben. Es sei nicht im Interesse des Hauptgesellschafters Agaplesion, dass sich alles in Vehlen ballt. Auf Grundlage der vorhandenen Strukturen könne am alten Standort ein „Gesundheitscampus“ entstehen, so die Idee.

„Die Ärzte, die sich in den vergangenen Jahren mit ihren Praxen rings ums Krankenhaus angesiedelt haben, wollen dort gar nicht weg“, sagt Eppmann unter Hinweis auf „entsprechende Signale“, die er von den Betroffenen erhalten habe.

„Wir haben langfristig hier geplant“, bestätigt Dr. Martin Sure. Für seine gemeinsam mit Kollegen betriebene Strahlenpraxis komme ein Umzug nicht in Betracht, habe man doch erst mit einem Aufwand von mehreren Millionen Euro die nötige Infrastruktur geschaffen.

„Auch mit Blick auf Einzugsgebiet und Fahrstrecken ist bei uns alles auf Stadthagen ausgerichtet“, macht Sure deutlich. Er gehe davon aus, dass auch für die benachbarten Kardiologie- und Onkologiepraxen ein Wegzug kein Thema sei. Man ergänze sich sehr gut.

Auch die Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste, die in einem Anbau des Krankenhauses eine Dialyse betreiben, können sich vorstellen, vor Ort zu bleiben. „Unter der Voraussetzung, dass wir nicht isoliert sind. Wir brauchen Fachärzte um uns herum“, sagt Dialyse-Leiter Dr. Ernst-Jürgen Kirchertz.

„Nicht auszuschließen“ ist laut Eppmann, dass mittelfristig das Medizinische Versorgungszentrum Stadthagen (MVZ) auf den Gesundheitscampus zieht. Dahinter verbergen sich drei an der Oberstraße residierende Arztpraxen (Fachrichtung Chirurgie und Gynäkologie), die unlängst von der Klinikumsgesellschaft gekauft wurden.

Der Gesundheitscampus ist aber nur ein Teil des vom Landkreis maßgeblich initiierten Nachnutzungskonzepts. „Raum und Lage des Areals bieten ideale Möglichkeiten für innenstadtnahes Wohnen“, ist Landrat Jörg Farr überzeugt.

In der Kreisverwaltung gibt es erste Entwürfe. Die Pläne sehen den Bau von zunächst 40 seniorengerecht ausgestatteten Wohnungen vor. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Kreisaltenzentrum könnte ein Teil von dessen Infrastruktur mitgenutzt werden, wirbt Farr für diese Idee.

Auch für jüngere Menschen und Familien sei der Standort ideal, ist sich der Landrat sicher und verweist auf die Nähe zu Innenstadt, Schulen und Kindergärten.

Das Wohnquartier könne sich über mehrere Bauabschnitte von der heutigen Krankenhauszufahrt an der Habichhorster Straße bis zum Schulgelände Hinter der Burg erstrecken. Dafür sei der Kreis auch bereit, seine auf dem Grundstück ansässige Gärtnerei umzusiedeln. Denkbar sei sowohl der Bau von Einfamilienhäusern als auch von Miet- und Eigentumswohnungen.



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