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Was bei der Befeuerung von Kaminöfen zu beachten ist / Holz nicht gleich Holz

Wohlige Wärme mit Romantikfaktor

Landkreis (jbr).. Eine gute CD, ein Glas Wein, dazu ein knisterndes Kaminfeuer, und der gemütliche Winterabend ist perfekt. Klar, so ein prasselndes Feuer hat einen hohen Romantikfaktor. Doch viele sehen den Kamin auch als Mittel zum Zweck, um die Energiekosten möglichst gering zu halten. Egal, ob er zur Steigerung des Wohlbefindens in den eigenen vier Wänden dient oder aus Kostengründen angeschafft werden soll – in jedem Fall gibt es einiges zu beachten:

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Martin Wassermann, Schornsteinfegermeister und Brandschutztechniker in Hameln, weiß, worauf es ankommt: „Der erste Schritt sollte immer der Anruf beim Schornsteinfeger sein.“ Dieser prüft, ob der Schornstein geeignet ist, gibt Tipps und Hinweise für die Aufstellung und den Betrieb des neuen Heizgerätes und segnet später auch die Inbetriebnahme ab. „Wird der Kamin nicht ordnungsgemäß abgenommen, entfällt der Versicherungsschutz im Falle eines Brandes“, sagt Wassermann. Dies könne man in der niedersächsischen Bauordnung, Paragraf 40, Absatz 8, nachlesen.

Ist der neue Kamin erst einmal abgenommen, kann das Holz gekauft und der Ofen angeheizt werden. Aber auch hier kann man einiges falsch machen: „Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Brennholz trocken ist.

Das Verbrennen von feuchtem Material ist nicht nur sehr unwirtschaftlich, sondern auch umweltschädlich“, sagt Wassermann. Verbrenne man Holz in einem feuchten Zustand, müsse zunächst das in ihm enthaltene Wasser mit viel Energie verdampft werden. Diese Energie stehe jedoch nicht zur Erwärmung bereit. „Auch für den Schornstein kann das gefährliche Folgen haben. Die Verbrennungstemperatur wird herabgesetzt und so die Ruß- und Teerbildung begünstigt.“

Die Glasscheibe des Ofens sei dafür ein guter Indikator, sagt Wassermann: Färbe sie sich schnell schwarz, trete eine hohe Zahl des tödlichen Kohlenmonoxids aus. Dabei entstehe nicht nur die Gefahr einer Vergiftung, sondern es könne auch zu einem Schornsteinbrand kommen.

Da frisch geschlagenes Holz eine Restfeuchte von 60 Prozent hat, es im Idealfall aber nur einen Wassergehalt von maximal 15 bis 20 Prozent haben sollte, empfiehlt der Fachmann, sich möglichst rechtzeitig um das Verbrennungsmaterial und einen geeigneten Unterstand zu kümmern. Wassermann: „Lufttrockenes Holz hat eine Restfeuchte von unter 20 Prozent. Dieser Zustand kann aber, je nach Holzart, erst bei einer Lagerzeit von mindestens 12 bis 30 Monaten erreicht werden.“ Um die Holzfeuchte zu messen, gebe es spezielle Messgeräte im Fachhandel.

Wer sich keinen neuen, sondern einen gebrauchten Kamin zulegen will, sollte beachten, dass gebrauchte Öfen aus den Jahren 2009/2010 in Deutschland nicht mehr eingebaut werden dürfen, „weil sie die aktuell geforderten Feinstaubwerte nicht erreichen“, weiß Wassermann.

Übrigens: Ab 1. Januar 2013 kann man sich den Schornsteinfeger selbst aussuchen. „Diese neue Verordnung gilt allerdings nur für die Kehr- und Messtätigkeiten, für die Intervalle ist der Kunde verantwortlich.“ Der zuständige Schornsteinfeger schicke dazu den „Feuerstättenbescheid“ – „ein Fahrplan, an den sich dann jeder halten muss“, sagt der Experte.

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