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Wohin soll die Feuerwache Bad Münder?

BAD MÜNDER. Dass ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden soll, darüber herrscht in Politik und Verwaltung weitgehend Konsens. Die noch offene Frage: Wo soll es gebaut werden?

Wo liegen die Helme künftig? Der Standort für eine Feuerwache wird gesucht. Foto: dpa
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Donnerstagabend will die Verwaltung die ins Auge gefassten Standorte vorstellen – und erläutern, warum der Standort Rahlmühler Straße favorisiert wird.

Über Monate hinweg galt der Festplatz Lindenallee als idealer Ort, um einen Feuerwachenneubau zu realisieren. Die Nähe zur B 442, das Platzangebot und die Erreichbarkeit galten als klare Pluspunkte.

Dass der Festplatz nur noch als Alternative gehandelt wird, kristallisierte sich im Laufe des Verfahrens heraus, das die Verwaltung zur Standortermittlung angeschoben hatte. Und darin ging es nicht mehr nur um ein „Bauchgefühl“, auch die Einschätzungen von Fachbehörden und den münderschen Partnern für Gefahrenabwehr wurden dabei abgefragt. Mit zehn möglichen Standorten hatte die Diskussion begonnen, vier wurden weiterverfolgt: Neben dem Festplatz Lindenalle auch das Gewerbegebiet Rahlmühler Straße, eine Fläche am Salzbrink im oberen Kurparkbereich Richtung Hannoversche Straße sowie eine Fläche Am Faste an der B 442, etwa auf Höhe des Festplatzes.

Für die Vertreter der Feuerwehr hat die Salzbrink-Fläche besonderen Charme, die gute Verkehrsanbindung und die Erweiterungsmöglichkeiten werden als Pluspunkte gesehen. In der Bewertung durch die Fachbehörden fällt der Standort jedoch durch – die Bauaufsicht äußert sogar „ärgste Bedenken“, sieht unter anderem hohes Konfliktpotenzial, wenn ein Feuerwehrhaus in direkter Nachbarschaft zu einer Klinik gebaut würde. „Ungeeignet“ lautet die Einschätzung der Experten, und diese Einschätzung gilt auch für das Gebiet Am Faste. Neben anderen Bedenken sind es insbesondere die Schwierigkeiten, die Verkehrsfachleute sehen, die zum Ergebnis „ungeeignet“ führen.

Dass der Standort Lindenallee in dem Verfahren lediglich den Vermerk „bedingt geeignet“ erhält, überrascht – doch sowohl Verkehrsexperten als auch Bauaufsicht und Umweltamt wiesen in einer Antragskonferenz beim Landkreis auf kritische Punkte hin. Lärmimmissionen und Konflikte mit Anwohnern im angrenzenden Wohngebiet sowie eine Anbauverbotszone im Abstand von 20 Metern zur B 442 und die Möglichkeit, dass ein neuer Unfallschwerpunkt im Kreuzungsbereich B 442 und Lange Straße entstehen könnte, müssen bedacht werden.

Quasi im Vorgriff auf den Feuerwehrbedarfsplan hat das Unternehmen BBS Gefahrenabwehr die beiden Standorte Gewerbepark Rahlmühler Straße und Festplatz Lindenallee unter feuerwehrtaktischen Gesichtspunkten untersucht. Dabei flossen unter anderem Daten zu Wohn- und Arbeitsorten der aktiven Einsatzkräfte in die Beurteilung ein. Im Fazit kommen die BBS-Gutachter zu dem Schluss, dass beide Standorte geeignet seien, wenn auch vom Festplatz aus das Schutzziel besser erreicht werden könne und der Standort daher geeigneter erscheine.

„Für die Verwaltung ist aber nicht nur der feuerwehrtaktische Aspekt von Bedeutung, auch andere Faktoren wie baurechtliche Aspekte, Grundstücksgröße und Nutzungskonflikte spielen eine Rolle“, sagt Verwaltungsvorstand Marcus Westphal. So sei unter anderem für das Grundstück Festplatz mit einer deutlich längeren Genehmigungs- und Bauzeit zu rechnen als im Gewerbepark. Für Standbrandmeister Carsten Koch ist der Standort Rahlmühler Straße ein guter Standort. Er betont, dass die Feuerwehr den Vorschlag der Verwaltung, der gemeinsam diskutiert wurde, mitträgt.

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