weather-image
Dioxin-Skandal beschäftigt die Kunden

Wochenmarkt: Zurückhaltung bei Eiern und Geflügel

Bad Münder (jhr). Der Dioxin-Skandal zieht Kreise, die Verbraucher sind verunsichert. Das bekamen gestern auch die Händler auf dem Wochenmarkt zu spüren, die mit Eiern, Geflügel und Fleischwaren handeln – offen blieb bei den Händlern allerdings, ob es am Eisregen oder an der Unsicherheit lag, dass nur wenige Münderaner den Markt besuchten.

Gestern auf dem Wochenmarkt kaum gefragt: frische Eier.

„Die Leute fragen schon nach“, berichtete Werner Läpple, der an der Obertorstraße knusprig braune Hähnchen vom Grill verkaufte. Viele Kunden wollten von ihm wissen, woher die Hähnchen stammen, die sich auf den Spießen der Schaumburger Grillbetriebe drehten. „Einige haben sogar ganz gezielt nach dem Futter gefragt, dass die Tiere kriegen“, sagte Läpple. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Jackisch konnte er die Hähnchen-Freunde beruhigen: „Wir beziehen unsere Hähnchen aus einem Betrieb in Sachsen-Anhalt. Der wurde nicht mit dem belasteten Futter beliefert“, erklärte Jackisch. Dass zur Mittagszeit die Stangen am Grill noch schwer mit Hähnchen beladen waren, war für Läpple und Jackisch deutliches Zeichen für Kaufzurückhaltung. „Haxen gingen heute deutlich besser“, sagten sie.

Überhaupt scheint sich die Verunsicherung der Kunden primär auf Geflügel- und Eierprodukte zu beziehen. „Keine Zurückhaltung, keine Fragen“, sagte Florian Lohmeier, der gemeinsam mit Karin Engelhart Fleisch- und Wurstwaren an die Kunden von Lohmeier und Zabell verkaufte. Beide waren sich sicher, dass ihre Ware nicht nur unbedenklich, sondern auch von hoher Qualität sei. „Wir kennen die Tiere von der Weide“, sagte Lohmeier – sowohl Futtermittel als auch Erzeuger seien ihm bekannt.

Auf leuchtend gelbem Papier wurden die Kunden von Ralf Flügge-Kranz informiert, dass zur Erzeugung der von ihm verkauften Produkte – von Eiern bis Wurst – schadstofffreie Futtermittel verwendet wurden. Der Hinweis „aus gegebenem Anlass“ ersparte ihm zwar die meisten Nachfragen, etwas zurückhaltender als sonst gaben sich die Kunden beim Eierkauf dennoch. Flügge-Kranz sieht den aktuellen Dioxin-Skandal als ernstes, wenn auch absehbares Problem: „Diese Geiz-ist-geil-Mentalität auch bei Lebensmitteln führt in eine absolut falsche und gefährliche Richtung“, sagte er – die Kunden müssten sich dieses Umstandes einfach bewusst werden. Flügge-Kranz mästet selber Schweine und kennt sich aus: „Ich weiß von Viehfutter, das inzwischen komplett ohne Getreide produziert wird. Da muss man sich doch fragen, was da sonst drin ist“, sagt er.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt