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Wochenmarkt: Neuordnung der Standflächen wird diskutiert

BAD MÜNDER. Die Umverteilung von Standflächen auf dem Wochenmarkt – sie war das zentrale Thema bei Händlern und Marktbesuchern. Deutlich wurden dabei unterschiedliche Auffassungen zum Vorstoß der Stadt, Markthändler Karl-Heiz Harms mit seinem Obst- und Gemüsestand auf einen neuen Platz an der Obertorstaße zu verweisen.

Devrim Durmaz (r.) hat am Donnerstag zum ersten Mal seinen Stand am neuen Platz aufgebaut – er ist zufrieden. Foto: Rathmann
Jens

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Rund 28 Jahre lang verkauft Familie Harms ihre Ware am münderschen Markttag auf der Marktstraße. Und wenn es nach Harms ginge, sollte das auch so bleiben. Gestern früh jedoch baute Devrim Durmaz seinen Stand im südlichen Teil der Marktstraße auf – eben auf dem Platz, den Harms viele Jahre als seinen Platz betrachtete und der Durmaz jetzt von der Stadt zugeteilt wurde.

15 Fehltage hat die Stadt für Harms im vergangenen Jahr festgestellt, er selbst kommt auf acht Tage. Dass der prominente Standplatz zu Beginn der Marktfläche jedoch häufiger leer blieb, ist auch einigen Marktbeschickern bitter aufgestoßen. Durmaz spricht das offen aus, was viele andere Marktbeschicker nur hinter vorgehaltener Hand sagen: Wer einen Stand betreibt, muss ein verlässlicher Partner sein, darf nicht fehlen. „Ich mache das jetzt seit 20 Jahren, und in all dieser Zeit habe ich nur einmal nicht aufgebaut – als ich zu einer Beerdigung musste“, sagt Durmaz. Könne er den Stand nicht selbst betreiben, sorge er für Ersatz.

Andere Beschicker verweisen auf die Gemeinschaft, die – bei allem Wettbewerb – stimmen müsse, um einen für Kunden attraktiven Wochenmarkt anbieten zu können. Dazu gehöre eben auch, regelmäßig zu erscheinen und ein breites Angebot zu ermöglichen.

Der neue Standplatz, der Harms von der Stadt zugeteilt wurde, wird von seinen Kollegen allerdings auch als schlechter Platz gesehen. Kaum Laufkundschaft, abseits des eigentlichen Marktgeschehens – und weil er zudem auch nicht genug Platz biete, um seinen Stand aufzubauen, verzichtete Harms gestern auf eine Marktteilnahme. Das Bild, was sich dadurch an der Obertorstraße ergab, war entsprechend trostlos: Ein Wurstwaren- und ein Käsehändler standen mit ihren Wagen allein. Für viele regelmäßige Marktbesucher bedeutet die Umverteilung der Standflächen das, als was auch Harms seine Verbannung von der Marktstraße sieht: Als Versuch, ihn vom Wochenmarkt zu verdrängen. „Der Brandschutz, auf den die Stadt verweist, zieht als Argument jedenfalls nicht. Wenn es wirklich danach ginge, dürfte wahrscheinlich gar kein Markt in der Innenstadt stattfinden“, sagt ein Besucher.

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