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Welche Posten für die Kostenexplosion beim Schulzentrum Nord verantwortlich sind

Wo die Millionen geblieben sind

Hameln. Mit zusätzlicher Sporthalle oder ohne, zwei oder drei Stockwerke? Über das endgültige Erscheinungsbild des Schulzentrums Nord sind sich Verwaltung, die Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und dem Unabhängigen Klaus Lamprecht sowie die SPD-Ratsfraktion noch uneinig (wir berichteten). Die Verwaltung würde sowohl für den 1,25 Millionen Euro teuren Anbau für eine Einfeld-Sporthalle als auch für die 580 000 Euro teure zweite Etage des geplanten Verbindungsbaus – plus 100 000 Euro für die Ausstattung – lieber Alternativen finden. Das könnte den Kostenrahmen, der zuletzt bei geschätzten 22,26 Millionen Euro lag, auf 20,58 Millionen senken. So wird es die Verwaltung heute den Mitgliedern des Schul- und Stadtentwicklungsausschusses vorschlagen.

Wiebke Kanz

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Wiebke  Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite

Gemeinsam mit dem Vorstoß legt die Stadt Hameln nun erstmals eine detaillierte Kostenaufstellung für den Umbau von Integrierter Gesamtschule (IGS) und Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) vor. Darin zeigt sich, welche Posten für den Kostenanstieg von 5,77 Millionen Euro im vergangenen Jahr maßgeblich verantwortlich waren:

Brandschutz: Die bei den Ursprungsplanungen nur grob geschätzten Kosten für den Einbau neuer Fenster und weitere umfangreiche Brandschutzmaßnahmen wurden von der Realität eingeholt: Anstelle von 7,06 Millionen Euro soll der Brandschutz laut Gutachten nun 7,44 Millionen Euro kosten.

Barrierefreiheit: 540 000 Euro waren in der IGS-Ursprungsplanung für Aufzüge sowie für barrierefreie Toiletten vorgesehen. Das Planungbüro „Mosaik Architekten“ aus Hannover, welches Stadt und Landkreis im Februar hinzuzogen, um eine kostenoptimierte Lösung für das gesamte Schulzentrum inklusive AEG zu entwickeln, sah die Zukunft allerdings mit schuleigener Sporthalle zusätzlich zur Sporthalle Nord – behindertengerecht, versteht sich. So wuchsen die Inklusions-Kosten um 91 000 Euro auf 631 000 Euro.

Mietpavillons: Durch die „ganzheitliche Betrachtung“ von IGS und AEG verzögert sich auch die Fertigstellung. Die für die Zeit des Umbaus angemieteten „mobilen Räume“ im Umfang von 600 Quadratmeters werden folglich länger benötigt: Mit Mietkosten in Höhe von rund 820 000 Euro rechnet die Stadt. Hinzu kommt die Ausstattung. Die Pavillons beherbergen eine Schülerbibliothek, einen Ruhe- und einen Trainingsraum, Räume für Sozialarbeit und Streitschlichter, Aufenthalts- und Spielräume, einen Besprechungsraum und den Sanitätsdienst. Das treibt die Kosten von ursprünglich 248 000 auf rund 2,25 Millionen Euro.

Selbstlernzentrum: Zwischen AEG und IGS soll ein Verbindungsbau mit Mensa entstehen – „einer der wichtigsten Orte für Kommunikation, jahrgangsübergreifendes Lernen und Freizeitgestaltung“, wie es die Architekten formulieren. Die jetzige AEG-Mensa soll allen Schülern als Bibliothek und Selbstlernzentrum dienen. Kostenpunkt: 200 000 Euro.

Aufenthaltszone im „Großraum“: Der bislang offene Innenhof der Sertürner-Realschule soll überdacht und zu einem „Großraum“ ausgebaut werden, einer „Aufenthaltszone“, die unter anderem für Darstellendes Spiel genutzt werden kann. Umbaukosten: 147 500 Euro.

Haus „Integra“: Die bislang gemeinschaftlich genutzten Fachräume im Haus Mileva musste das AEG an die IGS abtreten. Um die damit einhergehenden Raumprobleme des Gymnasiums zu beheben, war geplant, den Komplex der alten Realschule um einen Trakt, das Haus „Integra“, auf dem zur Basbergstraße gelegenen Schulhof zu erweitern. 2,45 Millionen Euro waren hierfür eingeplant. In den neuen Plänen ist ein Haus „Integra“ allerdings nicht mehr vorgesehen.

Sporthalle: Einer der Knackpunkte in der heutigen Ausschusssitzung: die Sporthalle. Wird diese, wie es die Architekten-Pläne vorsehen und wie die SPD es für sinnvoll hält, neu gebaut – oder wird sie in den „Großraum“ integriert, dieser also doppelt genutzt? Letztere Lösung würde eine Million Euro einsparen – 250 000 statt 1,25 Millionen Euro.

Verbindungsbau: Der neue Gebäudetrakt zwischen AEG und IGS soll kommen – er ist das Herzstück des Schulzentrums. Die Mensa im Erdgeschloss schlägt mit 1,56 Millionen Euro zu Buche, die Klassenräume auf der ersten Ebene verschlingen weitere 2,15 Millionen. Der zur Basbergstraße hin gelegene Gebäudetrakt der IGS soll für 2,1 Millionen Euro aufgestockt werden. Acht Klassen- und vier Kursräume sollen hier entstehen, zudem ein Differenzierungsraum, der auf die pädagogischen Besonderheiten der Gesamtschule zugeschnitten ist. Ob auch der Verbindungsbau eine dritte Ebene erhält, bleibt zu diskutieren: 580 000 Euro plus weitere 100 000 Euro Ausstattungskosten stehen hier zur Debatte.




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