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Bürgerversammlung mit Telekom-Vertretern: Egestorfer wollen schnelleres Internet / Brief an Landrat

Wittich: „Wir müssen uns bemerkbar machen“

Bakede (lil). Dass in Bakede, Böbber und Egestorf einige Bürger mit ihrer Internetanbindung durch die Deutsche Telekom nicht zufrieden sind, hat jetzt die Versammlung im Schützenhaus Egestorf gezeigt: Selbst der buchstäblich letzte Platz war besetzt, sodass manche Interessierte das Geschehen im Stehen verfolgten. „Ich kann nicht den Zorn der Bürger auf mich ziehen“, sagt Ortsbürgermeister Rolf Wittich, der die Informationsveranstaltung mit Vertretern der Telekom aus diesem Grund initiiert hatte.

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Eingeladen hatte der Ortsbürgermeister auch Vertreter der Stadt Bad Münder und des Landkreises Hameln-Pyrmont. „Keiner hatte Zeit herzukommen. Darüber bin ich ein bisschen stinkig“, äußerte Wittich seinen Unmut.

Insbesondere zwei Punkte hätten einer Klärung bedurft, so Wittich. Gemeint ist, warum Egestorf nicht vom Breitband-Ausbau profitiert hat und warum ein Mobilfunkmast nicht länger in Böbber, sondern in Lauenau, aufgestellt werden soll. Wittich selbst habe im Juli 2011 in einem Newsletter der Telekom vom Bau des Masts erfahren. „Es war nie ein Funkmast in Böbber geplant“, hieß es jedoch seitens der Telekom.

Dass Egestorf noch immer ein „weißer Fleck“ ist, hänge damit zusammen, dass die Telekom vom Land Niedersachsen nicht den Auftrag bekommen habe, die Gemarkung Bakede mit DSL zu versorgen. „Wir haben insgesamt 50 000 Adressen bekommen, von denen es galt 65 Prozent zu versorgen“, erklärt Uwe Ingenhaag, Beauftragter für den Breitbandausbau in Niedersachsen bei der Telekom, das Ausbauprogramm im „Cluster Süd-Niedersachsen“.

Laut Wittich sei weder der Ortsrat noch der VA, dem er zu der Zeit angehört hatte, über die Ausschreibung informiert worden.

„Was können wir tun, um schnelleres Internet zu bekommen?“, fragte ein aufgebrachter Bürger. „Selbst den Spaten in die Hand nehmen und graben?“ Ingenhaag erklärte, dass der Landkreis oder eine Kommune ein neues Ausschreibungsverfahren in Gang bringen könne.

Wittich will nun nach Rücksprache mit dem Ortsrat einen Brief an Landrat Rüdiger Butte senden. Einen Entwurf seines Schreibens präsentierte er während der Veranstaltung. Darin fordert er das niedersächsische Wirtschaftsministerium im Namen aller Versammlungsteilnehmer auf, „den ländlichen Raum bei der technischen Entwicklung nicht abzuhängen.“ Wittich: „Wir empfinden dieses als Diskriminierung der Bürger einschließlich der ansässigen Firmen.“ Als Konsequenzen der langsamen Internetverbindung wies der Ortsbürgermeister etwa auf Bildungsnachteile für Schüler und den Werteverlust von Immobilien hin. Bis Mitte März erwarten die Bürger und er eine umfassende Antwort. „Wir müssen uns bemerkbar machen“, so Wittich.

Wie bei einer ähnlichen Versammlung kürzlich in Flegessen stellte Ingenhaag den Bürgern Alexander Peters, Leiter der Telekom-Shops in Hameln, als ihren direkten Ansprechpartner vor Ort vor.



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