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Witte wirft das Handtuch

Bad Münder. Petra Witte macht den Weg für einen personellen Neuanfang und eine neue Ausrichtung der Wirtschaftsvereinigung frei. Die Vorsitzende ist von ihrem Posten zurückgetreten – deutlich früher als noch vor einem Monat angekündigt räumt sie den Platz an der Spitze.

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Wittes Entscheidung kommt überraschend, zumal erst während einer vorgezogenen Jahresversammlung am 14. Februar nächsten Jahres ein neuer Vorstand gewählt werden soll. Anfang Oktober hatte die Vorsitzende signalisiert, im kommenden Jahr nicht erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. Die Erklärung für den vorzeitigen Rückzug liefert Schatzmeister Heinrich Dreyer: Petra Witte wolle einer geplanten strategischen Neuausrichtung nicht im Wege stehen.

Die Vorsitzende war in der Vergangenheit oftmals für ihr Agieren an der Spitze der Vereinigung kritisiert worden – ohne sie in maßgeblicher Position könnte es leichter fallen, ein neues Vorstandsteam zusammenzustellen. Komplett zurückziehen wird sich Witte jedoch nicht, wie Dreyer betont: Sie habe dem amtierenden Vorstand ihre Unterstützung zugesagt. „Das läuft alles in gutem Einvernehmen, sehr harmonisch“, macht der Schatzmeister deutlich.

Dass sie einer strategischen Neuausrichtung der Wirtschaftsvereinigung nicht im Weg stehen wolle, sei Wittes eigene Entscheidung gewesen. Dreyer erinnert an das große Engagement, mit dem die ausgeschiedene Vorsitzende die Wirtschaftsvereinigung geführt habe. „Ich weiß, was sie an Arbeit und Zeit investiert hat, wie stark sie sich ehrenamtlich eingebracht hat.“ Dass dieser Einsatz nicht honoriert werde, sei ihm auch klar – spätestens seit einer denkwürdigen Begegnung mit einem Mitglied der Wirtschaftsvereinigung, das sich bei ihm über die Aktivitäten beschwerte: Dreyers Bitte, Verbesserungsvorschläge einzubringen, sei mit der Antwort „Ich bin ja nicht im Vorstand. Es ist nicht meine Aufgabe, mir Gedanken zu machen“ beschieden worden. Für Dreyer eine grundsätzliche Einstellung, die auch ein zentrales Problem der Wirtschaftsvereinigung skizziere.

Bürgermeister Büttner reagierte überrascht auf den vorzeitigen Rücktritt Wittes, er war nach Gesprächen mit ihr von einem Ausscheiden aus dem Amt im kommenden Jahr ausgegangen. Er hofft nun auf erfolgreiche Vorstandswahlen im kommenden Februar, und dass es möglich sein wird, die Wirtschaftsvereinigung inhaltlich, organisatorisch und personell neu aufzustellen. Schließlich sei die Wirtschaftsvereinigung sowohl als Organ der Gewerbetreibenden als auch als Partner im Stadtmarketing für Bad Münder wichtig.

Büttner sprach Witte für ihre Arbeit für die Wirtschaftsvereinigung seine Anerkennung aus, sie habe sich stark engagiert, organisatorisch wie auch durch ganz praktische Aktivitäten. „Persönliche Befindlichkeiten hat sie dafür zurückgestellt“, so der Bürgermeister

Die Leitung der Wirtschaftsvereinigung hat die stellvertretende Vorsitzende, Eva Karina Dreyer, übernommen. Sie steht wie ihr Vater Heinrich auch für Posten in einem neuen Vorstand zur Verfügung. „Wenn sich allerdings ein neues Team im „Paket“ anbiete, klebe ich nicht an meinem Posten“, sagt der Schatzmeister. Es gehe darum, die Kräfte zu bündeln und alle an einer starken Wirtschaftsvereinigung Interessierten ins Boot zu holen.jhr

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