weather-image
25°

Witte kündigt Rückzug an

Bad Münder. Vor dreieinhalb Jahren hatte sie schon einmal ihren Rücktritt angekündigt – und es sich dann aber doch noch einmal anders überlegt. Nun soll definitiv Schluss sein, wie sie sagt: Petra Witte will im kommenden Frühjahr nicht wieder als Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung (WV) kandidieren.

270_008_6659925_lkbm_wv_sitzung_wg_wirtschaftsfenster_ro.jpg

Die Geschäftsfrau bestätigte gestern entsprechende Informationen dieser Zeitung: „Ja, ich werde im Mai nächsten Jahres aufhören.“ Den Vorstand habe sie darüber bereits informiert, ebenso wie Bürgermeister Hartmut Büttner. Über die Nachfolge sei indes noch nicht gesprochen worden.

Zu den Gründen für ihren Abschied will sich Witte derzeit nicht öffentlich äußern. Klar ist aber: Ihr fehlt längst der Rückhalt in den eigenen Reihen. In den vergangenen Jahren hatte es zunehmend Kritik am Führungsstil der Eimbeckhäuserin gegeben. Sie habe häufig nicht mal ihr engstes Umfeld in Entscheidungen einbezogen, unter anderem im Zusammenhang mit der Wirtschaftsschau, die zweimal mangels Resonanz kurzfristig hatte abgesagt werden müssen. Viele Mitglieder vermissten unter Witte auch eine deutliche Vertretung ihrer Interessen – etwa gegenüber der Stadt.

Umgekehrt hatte sich die WV-Chefin wiederholt über mangelnde Unterstützung beklagt. Die Arbeit bleibe allzu oft an ihr allein hängen.

Im Ergebnis hatte in den vergangenen Jahren eine schleichende Abkehr unzufriedener Mitglieder stattgefunden. Die verschiedenen Arbeitskreise bestehen – wenn überhaupt – nur noch auf dem Papier.

Eine achtköpfige Gruppe von Einzelhändlern hat sich unlängst mit dem Bündnis „Einkaufen in Bad Münder“ verselbstständigt. Unter dieser Marke haben die Kaufleute erfolgreich eine eigene Werbeplattform geschaffen und geben neuerdings sogar eine eigene Kundenkarte heraus – ohne Beteiligung der WV.

Vor knapp zwei Wochen versammelten sich wieder andere Geschäftsleute unter Beteiligung von Volksbank und GeTour, um gemeinsam über neue Strategien nachzudenken. Offiziell nur eine „private Zusammenkunft“ – doch auch hier dürfte, da sind sich Beobachter sicher, die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Wirtschaftsvereinigung eine Rolle gespielt haben.mf

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare