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Mit NABU-Hilfe hebt die Hofreitschule ab: Darbietung mit Gerfalke, Harris Hawk, Habicht und Uhu

Wissenswertesüber die Jäger der Lüfte

Bückeburg. Wie jagt der Falke? Wovon ernährt sich ein Wüstenbussard? Wie schnell fliegt ein Habicht? Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr Wissenswertes und Interessantes über Greifvögel haben die Besucher des Schlossparks bei einer Vorführung der Fürstlichen Hofreitschule erfahren.

Autor:

Johannes Pietsch

Auf Anregung des NABU Bückeburg referierten und demonstrierten Hofreitmeister Wolfgang Krischke, seine Frau Christin und der von ihnen ausgebildete angehende Falkner Jens Walsemann über das Wesen, das Jagdverhalten und die erstaunlichen Fähigkeiten von Greifvögeln. Im Mittelpunkt der Darbietung standen dabei vor allem die gefiederten Mitglieder der Hofreitschule: ein Gerfalke, ein Harris Hawk, ein Habicht und ein Uhu. Ein Großteil des Wissens über den Umgang und die Jagd mit Greifvögeln entstammt dem Hochmittelalter. Eine Blütezeit erlebte die Beizjagd vor allem unter Kaiser Friedrich II., der mit seinem Buch "Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen" ein bis heute wegweisendes Werk verfasste. In der Fachsprache der Falkner finden sich noch heute eine Menge Begriffe, die direkt dem Mittelalter entstammen, so zum Beispiel das "Atzen" der Vögel, was nichts anderes als "fressen" bedeutet. Greifvögel, so erläuterte Christin Krischke, unterliegen in der freien Natur einem knallharten Selektionsprozess. Neun von zehn Beuteflügen eines Falken schlagen fehl, und rund 75 Prozent aller jungen Greifvögel sterben bereits im ersten Winter. "Das ist grausam, aber die Natur funktioniert nur so." Beeindruckend sind auch so manche "physikalischen Eckdaten": So erreicht beispielsweise der Wanderfalke, seines Zeichens schnellstes Tier der Welt, beim Sturz auf seine Beute Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 330 Stundenkilometern. Falken fangen ausschließlich fliegende Beute in der Luft. Einzige Ausnahme ist der Turmfalke, vor dem sich hauptsächlich Beutetiere am Boden in Acht zu nehmen haben. Dass esüberhaupt noch Wanderfalken in Deutschland gibt, ist nebenbei auch der Falknerei zu verdanken. In den 70er-Jahren war der Bestand an frei lebenden Falken durch den Einsatz des Pestizids DDT nahezu ausgerottet. Heute in freier Wildbahn lebende Falken sind fast ausnahmslos Nachfahren von ausgewilderten Vögeln aus Falknerhand. Neben den Falken stellen die Habichtartigen die zweite große Familie der Greifvögel dar, zu denen Bussarde ebenso gehören wie Adler oder Milane und Weihen. Der Wüstenbussard, eher bekannt unter seinem englischen Namen Harris Hawk, ist die einzige Greifvogelart, die in Gruppen jagt. Als "Küchenmeister" unter den Greifen gilt seit dem Mittelalter der Habicht: "Der fängt wirklich alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist", so Christin Krischke. Kein Greifvogel im wissenschaftlichen Sinne, aber dafür ein mindestens ebenso beeindruckender Jäger ist der Uhu. "Als Gott diesen Vogel erfunden hat, muss er einen wirklich guten Tag gehabt haben", so Christin Krischke. Allein seine auffallenden abstehenden Kopffedern, die sogenannten Federohren, faszinieren - sie dienen dem Vogel als Tastantennen beim Flug durch Gestrüpp im Dunkeln. Mit den darunter liegenden Ohren kann der Uhu dreidimensional hören und damit beispielsweise eine unter Laub fliehende Maus gezielt orten. Neben zahlreichen Spaziergängern aus dem Schlosspark fand die Vorführung der Fürstlichen Hofreitschule auch prominentes Interesse. Kein geringerer als Startenor und Grammy-Gewinner Terry Barber, zurzeit zu Gast auf Schloss Bückeburg, ließ sich von den Fähigkeiten von Falke, Harris Hawk, Habicht und Uhu faszinieren.




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