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Vorsitzende kündigt Rücktritt zum Jahresende an / Mangelnde Unterstützung im eigenen Verein beklagt

Wirtschaftsvereinigung: Witte schmeißt hin

Bad Münder. Die Wirtschaftsvereinigung (WV) steckt in einer tiefen Krise. Vorsitzende Petra Witte hat ihren Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Sie fühlt sich von den Mitgliedern nicht ausreichend unterstützt.

Autor:

Marc Fügmann

Zu viel Arbeit bleibe an ihr und einer Handvoll weiterer Mitstreiter hängen, klagte Witte gestern im Gespräch mit der Neuen Deister-Zeitung. „Darüber hinaus ist kaum einer bereit, sich zu engagieren.“ Auf Dauer sei es aber nicht hinnehmbar, dass die ehrenamtliche Arbeit, die für die WV-Aktivitäten anfalle, nur auf ganz wenigen Schultern verteilt werde – wie zuletzt beim Frühlingsmarkt.

Zum Weitermachen überreden lassen will sich Witte nach eigenen Worten nicht mehr: „Dazu müsste ein starker Ruck der Veränderung durch die Mitgliederschaft gehen – doch daran glaube ich ehrlicherweise nicht.“

Nach Ablauf ihrer zweijährigen Amtszeit will sie sich in der ordentlichen Mitgliederversammlung Ende Mai gleichwohl noch einmal für den Vorsitz zur Verfügung stellen – allerdings nur bis zum 31. Dezember dieses Jahres. „Es wäre unfair, jetzt kurzfristig Schluss zu machen“, begründet sie ihren Entschluss und verweist auf die in den kommenden Monaten geplanten Veranstaltungen rund um die City-Offensive „Ab in die Mitte“, an denen sich die Wirtschaftsvereinigung beteiligt. Sollte sich in der Mitgliederversammlung jedoch bereits ein neuer Vorsitzender finden, werde sie ihren Platz gleich räumen, kündigt die Vorsitzende an.

Über fehlendes Engagement hinaus ärgert sich Witte über den ihrer Meinung nach mangelnden Optimismus bei ihren Kollegen aus der Geschäftswelt. „Ich wünsche mir mehr nach außen getragenes, positives Denken.“ Stattdessen seien viele Kaufleute in Resignation verfallen und hätten die Innenstadt schon verloren gegeben.

In den Augen Wittes eine fatale Entwicklung. Beispiele von Städten aus dem Umland zeigten nämlich, dass es auch anders geht. Etwa in Hameln oder Lauenau, wo gemeinsam etwas auf die Beine gestellt werde, um ein Aussterben der Ortskerne zu verhindern. Das wünsche sie sich auch für Bad Münder, so Witte.

Die derzeitigen Probleme bei der Wirtschaftsvereinigung offenbaren auch, wie groß die nach der Trennung von Projektmanager Detlef Fuhrmann im vergangenen Herbst entstandene Lücke ist. Fuhrmann sah sich unter anderem wegen seiner hemdsärmeligen Art zwar häufig Kritik ausgesetzt, hat dem Verein auf der anderen Seite aber eine Menge Arbeit abgenommen. Das galt auch für die alle zwei Jahre durchgeführte Wirtschaftsschau. Für die Messe 2011 sieht Witte denn auch schon jetzt schwarz. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung lasse sich nur realisieren, wenn alle an einem Strang ziehen.

Wittes gestrige Rücktrittsankündigung kam für viele Mitglieder nicht völlig überraschend, hatte sie ihren Unmut über die Situation im Verein in den vergangenen Monaten doch bereits häufiger zum Ausdruck gebracht. Am Abend traf sie sich zu einer Sitzung mit Vertretern des Arbeitskreises Einzelhandel – dem einzig verbliebenen neben der Gesprächsrunde „Industrie“. Die Arbeitskreise Handwerk, Dienstleistung sowie Schule und Bildung bestehen laut Witte ohnehin nur noch auf dem Papier.



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