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Andreas Watermann (SPD) und Rolf Wittmann (Grüne) über Straßenausbaubeitragssatzung, Solaranlagen und Bauhof

"Wir werden uns keine Luftschlösser leisten können"

Auetal. Die Bürgermeisterwahl sicher gewonnen, im Gemeinderat gemeinsam mit dem Abgeordneten der Grünen in der Mehrheit: Für die SPD hätte es im letzten Jahr kaum besser kommen können. Im Gespräch mit Frank Westermann werfen Andreas Watermann als Auetaler SPD-Ortsvereinsvorsitzender und Ratsherr sowie Rolf Wittmann von den Grünen einen Blick in die Zukunft.

Rolf Wittmann: "DieÖkospinner ziehen an die Schotterpiste." Foto

Wird es eine Straßenausbaubeitragssatzung geben? Watermann: Ja, allerdings wird es die Satzung nur im Rahmen eines kompletten Pakets geben, mit dem Ziel, die Einnahmen zu erhöhen und den Haushalt insgesamt zu entlasten. Wittmann: Bei dieser Satzung können die Einwohner mitsprechen. Watermann: Wir werden verschiedene Hebesätze verabschieden. Schließlich kann dem gerne als Beispiel angeführten Landwirt nicht zugemutet werden, für sein Land, an dem ein Radweg vorbeiführt, genau so viel pro Meter zu bezahlen wie der Eigenheimbesitzer. Es gibt bei der Bemessung eine Vielzahl von Möglichkeiten. Wittmann: Und dieÖkospinner können alle an eine Schotterpiste ziehen, da ist es am billigsten. Schöner Spruch. Watermann: Im Ernst: Wir müssen uns jedes Jahr von den Haushaltsprüfern anhören, dass die Einnahmen zu gering sind. Und eine Straßenausbaubeitragssatzung tut keinem weh. Der Bürger hat Entscheidungsbefugnis: Er entscheidet, wie seine Straße aussieht. Und was haben die Grünen vor? Wittmann: Ich möchte die Einrichtung einer Bürgersolaranlage erreichen, also ein Projekt realisieren, an dem sich die Bürger beteiligen können. Die Gebäude dafür stellt die Gemeinde. Ich habe ein paar Modellrechnungen erstellt, bei denen der Einstiegssatz gering ausfällt. Lieber viele Leute, als wenige, die viel bezahlen. Bei der Windrad GbR haben wir es ähnlich gehalten: Dort gibt es 42 Anteilseigner. Eine Bürgersolaranlage steht jeder Gemeinde gut zu Gesicht. Ein ausgeglichener Haushalt auch. Watermann: Das ist ja nicht alles der Gemeinde anzulasten, unsere Verwaltung macht im Rahmen der Möglichkeiten einen super Job, schließlich gibt es eine Menge Abhängigkeiten. Aber wir rechnen in diesem Jahr mit erhöhten Landes- und Bundeszuschüssen und hoffen auf ein höheres Ergebnis bei der Gewerbesteuer. Natürlich wollen wir einen ausgeglichenen Haushalt. Und wenn diese Legislaturperiode um ist, dann sollten wir ihn annähernd auch haben. Das geht Schritt für Schritt. Um die Kosten zu senken, wird alsnächstes wird die Feuerwehrkameradschaft Hattendorf das Feuerwehrgerätehaus übernehmen. Bleiben wir noch bei der Energie. In Hattendorf wird demnächst eine Biogasanlage gebaut. Wittmann: Eine Anlage allein reicht nicht. Wir müssen auch die Abwärme nutzen. Watermann: Ich habe mit dem Betreiber gesprochen. Theoretisch wäre auch eine Fernwärmeleitung bis in den Ort möglich. Wittmann: Sinken werden die Energiepreise künftig sicherlich nicht. Wir müssen uns Gedanken machen. Die Dorfgemeinschaftshäuser sollen in private Hände. Das ist leichter gesagt als getan, nicht nur in Bernsen. Watermann. Natürlich wird das nicht leicht. Aber wir müssen uns aktiv kümmern. Und vorher investieren. Aber Luftschlösser werden wir nicht mehr bauen, die können wir uns nicht leisten. Natürlich wäre es schön, wenn wir in Hattendorf eine Kapelle auf dem Friedhof hätten, aber soweit sind wir noch lange nicht. Wir müssen uns weiterhin die bedarfsgerechte Ausstattung der Feuerwehren anschauen, auch wenn es so aussieht, als wenn keine größeren Anschaffungen notwendig sind. Und dann ist da auch noch der Bauhof. Wittmann: Wir müssen den Bauhof so ausstatten, dass wir die Straßen erhalten können. Und auch beim Hochwasser gibt es noch viel zu tun. In Klein Holtensen müssen wir in diesem Jahr was tun. Watermann: Wir wollen auch den Ortsvorsteher stärken. Es muss doch nicht jedes Mal der Bauhof ausrücken, wenn irgendwo ein Schild umfällt. Das wollen wir angehen. Mit den SPD-Ortsvorstehern herrscht da Konsens. Aber wie können wir dem Bürger verständlich machen, dass sie dort, wo sie leben, auch mal mit anpacken können? Wie kann man die Botschaft transportieren, dass man einfach mal den Schnee vor dem Dorfgemeinschaftshaus wegschippt? Wittmann: Dann könnte sich der Bauhof um die Sachen kümmern, für die er da ist. Stichwort Dorferneuerung. Wie geht es weiter? Watermann: Rannenberg steht noch an, in Rolfshagen haben wir noch gar nicht angefangen. Und in Rehren sind in der Alten Molkerei auch noch strukturelle Dinge zu erledigen. Viel später können wir uns dann über eine Kapelle unterhalten. Vielleicht.

Andreas Watermann: "Straßenausbaubeitragssatzung tut keinem weh.
  • Andreas Watermann: "Straßenausbaubeitragssatzung tut keinem weh."
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