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„Wir wären gerne noch geblieben“

Hachmühlen. Am Sonntag wurde Rektorin Ursula Börns feierlich verabschiedet, gestern läutete zum letzten Mal in der Grundschule Hachmühlen die Glocke zum Unterrichtsbeginn, zum letzten Mal bekamen Kinder dort ihre Zeugnisse überreicht und wurden in die Sommerferien verabschiedet. Die Schule ist zu, nach 110 Jahren. Damit ist der am 15. Juni 2013 gefasste Ratsbeschluss nun umgesetzt. „Wir wären gerne noch geblieben“ steht auf einer großen Tafel in der Aula, auf der alle Kinder unterschreiben.

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Schulleiterin Börns und ihrem Lehrerkollegium steht jetzt noch das Packen der Akten und Unterrichtsmaterialien bevor, die in Flegessen benötigt werden. Auch Mobiliar aus Hachmühlen zieht mit um. In Flegessen laufen bereits die Arbeiten für den Brandschutz. „Wenn diese abgeschlossen sind, werden wir die Möbel rüber transportieren lassen“, erklärt Verwaltungsmitarbeiterin Elisabeth Borcherding.

Die in einer Machbarkeitsstudie geprüften Nachnutzungsmöglichkeiten des Schulgebäudes in Hachmühlen beinhalten den Verkauf des Anbaus, der 1964 fertiggestellt wurde. „Dieser ist nicht unterkellert und ließe sich separat veräußern“, so Borcherding. Der Altbauteil, in dem die Kita untergebracht ist und in dem sich zwei Unterrichtsräume befinden, soll in städtischem Besitz verbleiben. Ob die Kita zusätzliche Räume bekommt oder die ehemaligen Klassenzimmer öffentlich genutzt werden können, sei noch nicht entschieden.

Damit hat Bad Münder noch vier Grundschulen im Stadtgebiet. Bis in die 70er Jahre waren es sogar einmal zehn Schulen. Die Einrichtungen in Brullsen und Nienstedt wurden zum 1. August 1973 geschlossen; die in Nettelrede im Jahr darauf. Ab August 1974 wurde die Lehrstätte in Beber als Außenstelle der Schule Bakede geführt. Damit war im Jahr 2000 Schluss, als der Anbau in Bakede fertiggestellt wurde. Das Gebäude in Beber wird jetzt als Kita genutzt. Bis 1976 hatte auch Hamelspringe noch eine Grundschule.

Und nun Hachmühlen. Die Chroniken des Ortes weisen darauf hin, dass 1588 erstmals der Schuldienst im Dorf erwähnt wurde. 1632 wurden nach einem Brand vier Schulfenster für 27 Groschen gekauft. Überspringt man einige Jahrhunderte, landet man im Jahr 1902: Damals hatte die Gemeinde beschlossen, ein neues Schulgebäude zu errichten, da das Küsterhaus abgängig war. Am Westausgang des Ortes wurde für 4500 Mark Bauland gekauft, um ein Küster- und Schulhaus mit zwei Klassenzimmern und zwei Familienwohnungen für die beiden Lehrer zu errichten – die Gesamtkosten beliefen sich auf 34 000 Mark. Der Bau wurde 1903 begonnen und im Oktober 1904 beendet. Eingeweiht wurde die Schule am 17. Oktober 1904.col

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