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Workshop für Kinder: Selbstbehauptung und Gewaltprävention / Sich mit Stimme und Körper wehren

„Wir üben jetzt den Hammerfaustschlag“

Eimbeckhausen (lil). Eine Horde von rund 40 Mädchen und Jungen rennt schreiend durch die Sporthalle der Grundschule Eimbeckhausen. Ein Bild, das sich einem Außenstehenden nicht gleich erschließt. „Die Kinder lernen gerade ihre Stimme kennen“, klärt Michael Wehmann auf. Gemeinsam mit Karsten Hilker zeigt der Trainer für Konfliktbewältigung den Sechs- bis Zwölfjährigen im Workshop, Nein zu sagen und sich richtig zu wehren. „Das machen wir in spielerischer Form“, so Wehmann.

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Nach der Schreiübung sind selbst die kleinsten Mädchen überrascht, was sie für einen Lärm mit ihrer Stimme verursachen können. „Die Stimme und die Körperhaltung gehören auf dem Weg zur Selbstbehauptung dazu“, erläutert Wehmann. „Und was kann man tun, wenn die Stimme nicht mehr hilft, sich zu wehren?“, fragt er in die Runde. „Wir üben jetzt den Hammerfaustschlag.“

Vor den praktischen Übungen aber haben Hilker und Wehmann die Verhaltensregeln, die während des zweitägigen Workshops gelten, geklärt. Ganz oben auf der Liste: Rücksicht nehmen. Ebenso Tabu ist Gewalt gegen andere Teilnehmer. Wer sich nicht an die Regeln hält, bekommt die Gelbe oder Rote Karte. „Die haben wir aber noch nicht gebraucht“, sagt Hilker.

„Sich körperlich zur Wehr zu setzen, ist das letzte Mittel“, weiß Wehmann. „Und das gehört weder auf den Schulhof noch in die Vereine.“ Er und Hilker zeigen den Kindern aber, was in ihnen steckt, dass sie sich in Notsituationen verteidigen können. So erfahren die Jungen und Mädchen, wie sie ihre Kräfte richtig einsetzen: Sie boxen und treten in ein Schlagkissen. „Guck mir dabei in die Augen“, fordern sie die Trainer auf.

Seit 2007 bietet Wehmann die Workshops zum Thema Gewaltprävention an und ist damit ist in vielen Schulen zu Gast. „Wir haben hier an der Grundschule begonnen. Mit Eimbeckhausen besteht eine gute Kooperation“, erzählt er. „Die Eltern sind froh, wenn ihre Kinder in den Ferien gut untergebracht sind und etwas dabei lernen.“ Folglich habe der Großteil der Kinder bereits an einer oder mehreren Veranstaltungen teilgenommen.

Auch das Horrorszenario vieler Mütter und Väter behandeln Wehmann und Hilker: Ein Mann zieht ein Kind in sein Auto. „Ein Trainer sitzt im Auto, die Tür ist offen. Wir sprechen die Kinder an und locken sie mit Süßem. Dann greift er zu und zieht das Kind in den Wagen“, erklärt Wehmann. „Nachher fragen wir, wie sich die Kinder dabei gefühlt haben.“ Auf Abstand gehen sowie eine selbstbewusste Stimme und Körperhaltung sollen die Mädchen und Jungen vor solch einem Zugriff schützen.



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