weather-image
25°
Interhelp hilft - Tsunami-Landesprojekt "Klinikmüll-Verbrennungsanlage" auf Sri Lanka eingeweiht

"Wir sind glücklich, hier Freunde zu haben"

Bückeburg. Der Gestank ist unerträglich - und er raubt uns den Atem. Es riecht nach Verwesung und Fäulnis. Mangala Fernando, unser einheimischer Interhelp-Koordinator, hält sich die Nase zu. Wir wenden uns angeekelt ab. Zwischen dem OP-Trakt und der Krankenhaus-Wäscherei befindet sich die Müllhalde vom Balapitiya Base Hospital auf Sri Lanka. Arbeiter haben rechts und links des unbefestigten Weges ein paar Löcher gegraben - dort hinein werfen Schwestern den Abfall: Zwischen blutgetränkten Verbänden und eiterigen Mullbinden liegen leere Infusionsflaschen, Spritzen und Essensreste. "Amputate und anderen Sondermüll übergießen wir mit Benzin und zünden ihn an", sagt der Arzt Dr. Awas Piyaratne und zuckt mit den Schultern: "Was sollen wir machen? Eine Müllabfuhr wie bei Euch in Deutschland gibt es hier nicht." Kein Wunder, dass der Trinkwasser-Brunnen unweit der Müllkippe mit Bakterien verseucht ist. So sah es vor zwei Jahren auf dem Gelände der Klinik, die an der Straße zwischen Colombo und Galle liegt, aus.

Am Tag der Einweihung beginnt das große Aufräumen: Arbeiter samm

Autor:

Claudia Bruns

Seitdem hat sich viel getan. Interhelp - Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe, ein in Hameln gegründeter gemeinnütziger Verein, hat im Auftrag des Landes Niedersachsen und in Abstimmung mit dem Niedersächsischen Umweltministerium ein Hilfsprojekt umgesetzt, das zur Lösung des Trinkwasser-Problems dauerhaft beiträgt. "Wir haben mit Spenden aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont und aus Bückeburg eine kleine Klinikmüll-Verbrennungsanlage gebaut", sagt Ulrich Behmann, Vorstandsvorsitzender von Interhelp. 10 350 Euro haben Haus und Hochtemperatur-Ofen gekostet, 9000 Euro stammen von BHW-Mitarbeitern. Dass Krankenhaus-Mitarbeiter Sondermüll verbrennen, ist jetzt nur noch an einem Rauchfähnchen zu sehen, das aus dem 16 Meter hohen Schornstein des Hochtemperatur-Ofens wabert. "Wir sind sehr glücklich, Freunde in Deutschland zu haben", sagt Medical Superintendent Dr. Jayampathi Senanayake. Mit Hilfe von Interhelp, BHW Hameln und Land Niedersachsen ist es gelungen, ein im wahren Sinne des Wortes seit vielen Jahren schwelendes Problem zu lösen. "Das ist echte Hilfe zur Selbsthilfe", sagtInterhelp-Schirmherr und Vorstandsmitglied Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe. "Partnerschaftliches Handeln ist Interhelp sehr wichtig, ebenso eine nachhaltige und effektive Hilfe", ergänzt Behmann. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff dankte den Interhelp-Mitgliedern für deren "vielfältiges Engagement für die Tsunami-Opfer auf Sri Lanka und in anderen Ländern". Auch Umweltminister Hans-Heinrich Sander ist begeistert und voll des Lobes für die Hameln-Pyrmonter und Bückeburger: "Es ist bewundernswert, was der unermüdlicher Einsatz der Mitglieder von Interhelp zustande gebracht hat, und ich danke allen, die mit ihren Spenden zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben." Interhelp bittet um Spenden , um weiterhin Menschen in Not helfen zu können: Spendenkonto: 20313 BLZ 254 501 10 - Sparkasse Weserbergland Interhelp im Internet: www.interhelp.dewezet.de

Müllberge auf dem Klinikgelände: So sah es bislang dort aus. Kei
  • Müllberge auf dem Klinikgelände: So sah es bislang dort aus. Kein Wunder, dass das Trinkwasser verseucht war.
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare