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WIR: Landrat bei Thema IGS auf der Bremse

Landkreis (ssr). Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD) hat beim Kurs auf neue Gesamtschulen seine eigene Verwaltung und die SPD-Kreistagsfraktion "ausgebremst" - und zwar auf Druck von Gymnasialleitern und städtischen SPD-Bürgermeistern hinter den Kulissen. Das ist die Überzeugung des Vorsitzenden von "Wir für Schaumburg" (WIR),Richard Wilmers, die er vor Journalisten kundtat.

Wilmers bezieht sich auf eine Entscheidung im Schulausschuss des Kreistags Ende November, die er als "Kehrtwende" bezeichnet. Entgegen einem ursprünglichen Antrag der SPD-Fraktion sei dort vom geplanten Einführungstermin neuer Gesamtschulen bereits zum 1. August 2008 abgewichen worden. Plötzlich werde eine erneute Elternbefragung für nötig erachtet. Zudem sei nicht mehr ausdrücklich von Integrierten-, sondern nur noch allgemein von Gesamtschulen die Rede. Aus Obernkirchen, Rodenberg und Nienstädt lägen politisch einmütige Anträge der Räte für IGS-Einrichtungen zum 1. August 2008 vor, die jeweiligen Schulzentren hätten ihre Bereitschaft zur Mitwirkung bekundet. NachÜberzeugung von Wilmers ist die neueste Entwicklung die Folge eines Eingreifens von Schöttelndreier. Er habe seine Verwaltung "ausgebremst". Wilmers zitiert Schuldezernentin Eva Burdorf, die noch Anfang November öffentlich gesagt habe: "Es ist richtig und wichtig, dass wir schon jetzt die Einrichtung weiterer Gesamtschulen rechtzeitig vorbereiten, denn die Zeit drängt." Nach Eingreifen des Landrats habe das Schulamt in die Vorlage für den Schulausschuss kein Datum geschrieben, dafür aber komplizierte Befragungen und den Begriff Gesamtschulen statt IGS. Und die SPD-Vertreter im Schulausschuss unter Herwig Henke seien "eingeknickt", so Wilmers. Es sei nicht das erste Mal, dass Schöttelndreier beim Thema Gesamtschulen interveniert: "Bereits im März 2002 hat er nach einem Telefonat mit der damaligen Leiterin des Stadthäger Ratsgymnasiums, Angela Strathmann, eine Kooperative Gesamtschule in Obernkirchen verhindert." Angesichts der aktuellen bildungspolitischen Diskussion übten die Gymnasialchefs - unter Zuhilfenahme so manchen SPD-Bürgermeisters - ihren Druck derzeit lieber nicht-öffentlich aus. WIR erwarte, dass Schöttelndreier sich "unzweideutig auf die Seite der Räte und Schulzentren stellt" und sich "für die einsetzt, die Jahr für Jahr an der IGS keinen Platz erhalten."

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