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Verzögerung an Vornhäger Straße: Bürgermeister Hellmann findet das "sehr ärgerlich"

"Wir können ja nicht alles aufbuddeln"

Stadthagen (gus/ssr). Der weiche Untergrund, der bereits im Winter für eine Verzögerung der Bauarbeiten an der Vornhäger Straße geführt hat, ist auch bei den aktuellen Arbeiten ein Problem. Weiterer Zeitverlust soll durch eine größere Zahl an Arbeitern verhindert werden. Die Mehrkosten tragen die Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Verärgerung über den "unglaublich verzögerten Bauverlauf" wurde auch im Rat der Stadt hörbar. Bürgermeister Bernd Hellmann sprach von einer "äußerst unbefriedigenden Situation".

Der Verkehr rollt, die Baumaschinen stehen: An der Vornhäger Str

Dass der Untergrund so unerwartet weich ist, hätte nur mit aufwändigen Untersuchungen bereits im Vorfeld in Erfahrung gebracht werden können, erklärt Markus Brockmann, Leiter des Geschäftsbereichs Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Diese seien teuer. "Wir sind besonders bei Landesstraßen bemüht, Kosten zu sparen", räumt Brockmann ein. Rüdiger Bleibaum, bei der Landesbehörde für die Vornhäger Straße verantwortlich, verweist auf die Auswirkungen solcher Voruntersuchungen. Ein großes Loch müsste lange vor den eigentlichen Arbeiten ausgehoben und wieder zugeschüttet werden. "Wir können ja nicht alles aufbuddeln", formuliert Brockmann. Gewöhnlich beschränke man sich auf punktuelle Bohrungen. Bleibaum nennt solche unliebsamenÜberraschungen ein "Risiko bei Erdarbeiten". An der Vornhäger Straße habe dies bedeutet, dass Leitungen um 60 Zentimeter abgesenkt werden mussten. Im ersten Bauabschnitt habe dies zu Zeitverlust geführt. Im jetzigen Abschnitt sei dem als Resultat rechtzeitig entgegengewirkt worden. Das bestätigt ein Sprecher der Stadtwerke Schaumburg-Lippe, die die Erdarbeiten ausführen. Teilweise arbeiten demnach drei Kolonnen gleichzeitig. Diese mussten die Leitungen in Abschnitt zwei zunächst auf einer Straßenseite absenken und sind nun damit beschäftigt, das entsprechende Höhenniveau zu den Hausanschlüssen an der gegenüberliegenden Seite herzustellen. Trotz verminderten Zeitaufwands wird der Bau teurer. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat den Auftrag mit einer festen Summe ausgeschrieben, heißt es. "Der Steuerzahler muss dafür nicht aufkommen", betont Bleibaum. Wie hoch die Mehrkosten sind, ist laut den Stadtwerken derzeit noch nicht ersichtlich. Dazu müssten die Bauarbeiten beendet sein. In der jüngsten Sitzung des Rates der Stadt sagte Richard Wilmers (Grüne/WIR), er könne den Unmut der Anlieger voll verstehen. Die Verzögerungen seien in diesem Ausmaß "unzumutbar". Im vergangenen Herbst habe es geheißen, erinnerte Wilmers, "dass die Straße im Weihnachtsgeschäft schon wieder befahrbar sein würde, jetzt ist Ostern vorbei". Wilmers richtete an die Verwaltung die Frage, was die Stadt "gegen die unglaublich Verzögerung" tue. Bürgermeister Hellmann bezeichnete den Vorgang als "sehr ärgerlich". Er habe die Straßenbaubehörde in den vergangenen Monaten "wiederholt auf die äußerst unbefriedigende Situation hingewiesen". Die Stadt sei für den Bau aber nicht zuständig: "Deshalb haben wir da letztlich keine Einflussmöglichkeiten, so unbefriedigend das ist." Siehe "Fakten"



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