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„Wir können auf ein Hammer-Jahr zurückblicken“

NDZ-Interview mit „Wingenfelder“ / 1300 Fans beim Capitol-Konzert

Ehre, wem Ehre gebührt – 25 000 Fans pilgerten im letzten Jahr auf die Expo-Plaza, um das „Klassentreffen“ von Fury In The Slaughterhouse live zu erleben. Für dieses wohl einmalige Event wurde die Band im Rahmen der LEA-Verleihung am 11. März für das „Konzert des Jahres“ nominiert. Zu den Nominierten gehörten auch Kiss (Waldbühne/Berlin), Rammstein (Movimentos/ Wolfsburg) und Muse (Waldbühne/Berlin) – letztgenannte Band konnte letztendlich die Trophäe mit nach Hause nehmen.

„Das war schon ein tolles Konzert in Hannover – dazu kam das gute Wetter, irgendwie stimmte alles. Während bei den anderen Konzerten ein hoher technischer Aufwand betrieben wurde, stand bei uns eher die familiäre Romantik im Vordergrund. Den Preis hätten wir eh nicht entgegennehmen können, da wir an diesem Abend ein Konzert in Köln gegeben haben – Rainer Schumann war aber da“, erklärte uns Thorsten Wingenfelder, mit dem wir im Capitol ein kurzes Interview führen konnten. Später gesellte sich auch noch kurz Sänger Kai Wingenfelder dazu.

40 000 Karten hätte man verkaufen können, trotz des gigantischen Erfolges denkt aber keiner zurzeit über ein zweites „Klassentreffen“ nach.

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Vor der Show konnten wir ein 20-minütiges Interview mit Thorsten Wingenfelder führen, später kam auch noch kurz Kai dazu.

Thorsten: Sicher kann man darüber irgendwann mal nachdenken – momentan ist das jedoch kein Thema. Es war irre, nach Wingenfelder, wieder in die Fury-Welt – danach aber auch sehr erfrischend, erneut in die Wingenfelder-Welt einzutauchen.

Mit ihrem aktuellen Longplayer „Selbstauslöser“ konnten Kai und Thorsten Wingenfelder den Erfolg des Debütalbums „Besser zu zweit“ noch toppen – die am 23. August 2013 veröffentlichte CD stieg von 0 auf 23 in die Charts ein. Für die bis dato 40 Konzerte umfassende „Selbstauslöser“-Tour mussten aufgrund der großen Nachfrage Zusatzkonzerte anberaumt werden – ein gigantischer Erfolg für die kreativen nimmermüden Brüder.

Thorsten: Wir können auf ein Hammer-Jahr zurückblicken – erst das „Klassentreffen“, die LEA-Award-Nominierung, unter anderem Doppel-Konzerte in Köln und Bochum, heute das mit 1300 Fans fast ausverkaufte Hannover-Konzert – Wahnsinn.

Besonders stolz ist man darüber, dass man im legendären Maarwegstudio 2 (ehemals Emi-Studios) in Zusammenarbeit mit Top-Producer Wolfgang Stach das neue Album einspielen konnte.

Thorsten: Wenn du die Vita des Studios liest, ist das eine Zeitreise durch die Pop/Rock-History – hier haben unter anderem Pink Floyd, David Bowie, Herbert Grönemeyer und Tina Turner ihre Songs aufgenommen. Du betrittst Räume, wo eigentlich kein Tageslicht ist – kommst in eine geniale Hippie-Bude. Das ist ein geiler Platz, der vor Kreativität einfach nur so strotzt. Dass wir dann auch noch Wolfgang Stach mit seiner Crew dabei hatten, das ist schon eine Mischung, die sich später im Produkt auch bemerkbar macht.

Schon Monate vorher hat man in den unterschiedlichsten Orten mit dem Songwriting begonnen.

Thorsten: Wir haben diesmal auch die Band mit in das Songwriting einbezogen – so etwas schweißt zusammen – letztendlich eine gute Entscheidung. Wir waren eine Woche im Winter in der Bretagne, in Österreich und auch in der Lüneburger Heide.

Die Videos für einige Titel wurden in den USA aufgenommen. Insbesondere an den Videodreh für „Durch die Nacht“ können sich Kai und Thorsten noch gut erinnern.

Kai: Das war alles in allem eine schweißtreibende Sache, denn an den Drehorten herrschten oft Temperaturen von nahezu 47 Grad Celsius. Wir haben an Orten wie Death-Valley und Rhyolite Ghost Town Nevada gedreht – Plätze, an denen wir vor 20 Jahren auch schon mit den Furys waren. Wir wussten also, wo wir hinfahren mussten. Begleitet hat uns der anerkannte Video-Filmer Harald Hohenthal, der auch für „National Geographic“ arbeitet.

Thorsten: Es war eine Produktion, die uns viel Spaß gemacht hat. Man kann sagen: Wir haben mit einem schmalen Budget, tolle Sachen gemacht.

„Lalalala Lalalala Lalalala - ich mach ’n Bild von mir selbst. Hinter dem Deich – mitten im Feld – tief in der Stadt, ich mach ’n Bild von mir selbst“, hieß es 30 Minuten später, als Wingenfelder mit „Selbstauslöser“ im rappelvollen Capitol ihre Show eröffneten. Unter den Gästen auch die Fury-Mitglieder Rainer Schumann und Christian Decker sowie Terry Hoax-Frontmann Oliver Perau.

„Petra Pan“, „Revolution“, „Durch die Nacht“, „Besser zu zweit“ – angereichert mit Fury-Klassikern wie „When I’m Dead And Gone“ und dem Überhit „Won’t Forget These Days“, der vom Publikum lautstark mitgesungen wurde. Es war erneut das Eintauchen in zwei Welten – die eine scheint leider unterzugehen, die andere Welt ist erfolgreich wie nie zuvor. Egal, was in den nächsten Jahren musikalisch um die beiden Wingenfelders auch passiert – Kai und Thorsten werden es schon richten.




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